Gunnar Seelentag – författare
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Obwohl die Insel Kreta reiches Material zur Untersuchung von Fragen bietet, die im Mittelpunkt der Forschungen zur gesellschaftlichen Organisation im frühen Griechenland stehen, liegt die Beschäftigung mit der archaischen und klassischen Periode Kretas seit jeher am Rand des altertumswissen¬schaftlichen Interesses. Die Beiträge des Tagungsbandes analysieren aus archäologischer und historischer Sicht die strukturellen Veränderungsprozesse, die sich während der archaisch-klassischen Zeit in den kretischen Bürgerstaaten vollzogen. Erstmals werden damit die unterschiedlichen Forschungsansätze der einzelnen Disziplinen zu einer einheitli¬chen Perspektive zusammengeführt. An mehreren Beispielen wird gezeigt, wie es der kretischen Aristokratie gelang, den Prozess der Poliswerdung aktiv zu gestalten und eine stabile, da institutionalisierte Adelsherrschaft zu etablieren. Deutlich wird zudem, dass die Veränderungen in der materiellen Kultur, die seit dem Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. durch eine zunehmende Austerität gekennzeichnet ist, Manifestationen des strukturellen Wandels der politischen und sozialen Organisation der kretischen Poleis waren.
archaische Kreta
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Das vorliegende Buch ist eine Studie zur Institutionalisierung im frühen Griechenland. Dieses Thema wird mit Blick auf das archaische Kreta behandelt, der wohl besten Fallstudie für eine solche Analyse. Denn anhand des reichen kretischen Materials – der Befunde literarischer wie archäologischer Zeugnisse, vor allem aber der Vielzahl von Inschriften aus dem 7. bis 5. Jh. – ist es, wie für keine andere Gegend des griechischen Raumes, möglich, Licht auf einige der zentralen Fragen dieser Epoche zu werfen: so etwa, welche soziopolitischen Integrationskreise in den frühen Polisgemeinschaften sinnhaft waren, und unter welchen Umständen die Teilhabe der Bürger am Gemeinwesen vorangetrieben wurde; wie politische Prominenzrollen und Beschlussverfahren reguliert und verstetigt wurden; und schließlich, welche Strategien erprobt wurden, mit sozialen Konflikten in der Gemeinschaft umzugehen.
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Obwohl die Insel Kreta reiches Material zur Untersuchung von Fragen bietet, die im Mittelpunkt der Forschungen zur gesellschaftlichen Organisation im frühen Griechenland stehen, liegt die Beschäftigung mit der archaischen und klassischen Periode Kretas seit jeher am Rand des altertumswissen¬schaftlichen Interesses. Die Beiträge des Tagungsbandes analysieren aus archäologischer und historischer Sicht die strukturellen Veränderungsprozesse, die sich während der archaisch-klassischen Zeit in den kretischen Bürgerstaaten vollzogen. Erstmals werden damit die unterschiedlichen Forschungsansätze der einzelnen Disziplinen zu einer einheitli¬chen Perspektive zusammengeführt. An mehreren Beispielen wird gezeigt, wie es der kretischen Aristokratie gelang, den Prozess der Poliswerdung aktiv zu gestalten und eine stabile, da institutionalisierte Adelsherrschaft zu etablieren. Deutlich wird zudem, dass die Veränderungen in der materiellen Kultur, die seit dem Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. durch eine zunehmende Austerität gekennzeichnet ist, Manifestationen des strukturellen Wandels der politischen und sozialen Organisation der kretischen Poleis waren.
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Das vorliegende Buch ist eine Studie zur Institutionalisierung im frühen Griechenland. Dieses Thema wird mit Blick auf das archaische Kreta behandelt, der wohl besten Fallstudie für eine solche Analyse. Denn anhand des reichen kretischen Materials – der Befunde literarischer wie archäologischer Zeugnisse, vor allem aber der Vielzahl von Inschriften aus dem 7. bis 5. Jh. – ist es, wie für keine andere Gegend des griechischen Raumes, möglich, Licht auf einige der zentralen Fragen dieser Epoche zu werfen: so etwa, welche soziopolitischen Integrationskreise in den frühen Polisgemeinschaften sinnhaft waren, und unter welchen Umständen die Teilhabe der Bürger am Gemeinwesen vorangetrieben wurde; wie politische Prominenzrollen und Beschlussverfahren reguliert und verstetigt wurden; und schließlich, welche Strategien erprobt wurden, mit sozialen Konflikten in der Gemeinschaft umzugehen.