Jessica Nitsche – författare
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PDF, Tyska, 2015261 kr
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Wenn es eine Tätigkeit gibt, die in besonderem Maße Leben und Lebendigkeit symbolisiert, so ist es der Tanz. Was aber, wenn es nicht die Lebenden sind, die tanzen, sondern die Toten? Das Motiv des Totentanzes kann auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblicken. Seit dem ausgehenden Mittelalter nahm man sich der zum Leben erweckten Toten, die die wahrhaft Lebenden unabhängig von Alter, Geschlecht und Stand heimsuchen, durch alle Epochen hindurch an. Entstanden sind Darstellungen des Todes in Form lebendiger Skelette, die sich unter die Menschen mischen und diese zwingen, ihnen in den Tod zu folgen – mal stehen sie still in deren Rücken, mal zerren sie an ihnen oder fallen zu Pferde über ganze Dörfer her, mal bleiben sie in tanzenden oder musizierenden Gruppen unter sich. Sofern das Mittelalter auch erscheinen mag, so nah ist uns doch das, was der Totentanz zum Thema macht: Die Unvorstellbarkeit des Todes wie auch dessen gerne verdrängte Allgegenwart.Mit dem Tod tanzen hat einen spezifischen medialen Fokus gewählt: den Film. Anders als Gemälde, Fresken und Grafiken eröffnet dieses Medium durch seine Eigenschaft, stillgestellte Bilder in Bewegung zu versetzen, die Möglichkeit, den Tod tatsächlich ''zum Tanzen zu bringen''. Und so führen die Bilder, die zu ''laufen'' beginnen, bereits um 1900 erneut zusammen, wofür es schon Jahrhunderte zuvor eine statische Bildsprache gab: Tod und Tanz. Filmische Darstellungen von Totentänzen sind folglich so alt wie das Medium selbst und lassen sich bis in die Gegenwart weiterverfolgen. Wie der Film dieses traditionsreiche Motiv fortschreibt, es verändert und umwendet und wie er dafür sein (audio)visuelles wie auch erzählerisches Potential nutzt, untersucht dieses Buch an vielfältigen Beispielen aus der Filmgeschichte. Diese reichen vom expressionistischen Stummfilm der 1920er bis ins Hollywoodkino der 2010er Jahre, vom Dokumentar- und Trickfilm bis hin zu Videos aus dem Kontext der zeitgenössischen Kunst. Erkundet werden unter anderem Filme von Fritz Lang, Sergei Eisenstein, Walt Disney, Pier Paolo Pasolini, Terrence Malick, Quentin Tarantino, Lars von Trier und Wim Wenders.
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PDF, Tyska, 2012143 kr
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Wie wird das, was erscheint, wahrgenommen – und was erscheint überhaupt?Diese Frage steht am Anfang von Nebulosa. Die erste Ausgabe der Zeitschrift nimmt sich ihrer mit einigen theoretischen und ästhetisch-experimentellen Reflexionen über Sichtbarkeit sowie mit genauen Lektüren des Sichtbaren an. Es geht um abstrakte Formulierungen, das Wahrgenommene und Wahrnehmbare zur Sprache zu bringen, darüber Aussagen zu treffen, genauso wie um konkrete Phänomene, die etwas sichtbar machen oder an denen etwas sichtbar wird – je nachdem, wie jemand auf sie blickt.In den Blick rücken soziale Sichtbarkeitsregimes, Husserls Auffassung des Bildbewusstseins, die Grenzen der Sagbarkeit an den Anfängen der Philosophie, diskrete Algorithmen, Mindmaps, Fotografien des Tatorts, das Stereotyp der ''schönen Jüdin'', Walid Raads Blicke auf den libanesischen Bürgerkrieg und schließlich Stadtsichtbarmachung durch Street Art.
Häftad, Tyska, 2025
304 kr
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PDF, Tyska, 2025271 kr
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Im Verbund mit Industrialisierung und Mobilisierung stellte die Urbanisierung eine der groten Herausforderungen fur das Leben und die Kunste in der Moderne dar. Im Stadtbild kulminierte der von den Avantgarden skandalisierte Umbruch moderner Wahrnehmungserfahrung, mit dem die vertrauten Koordinaten von Raum und Zeit und die Konventionen mimetischer Darstellung fragwurdig wurden. Die technischen Medien boten zugleich das Potenzial, neue kunstlerische Verfahren, Formen der Darstellung und Vorstellung zu erproben und diese mit der Entwicklung und Schulung neuer Formen der Wahrnehmung zu verbinden, die auf neue Lebensformen und eine zukunftige Gesellschaft gerichtet waren. In einer Zeit extremer gesellschaftlicher, technischer und politischer Umbruche wurde das Bild der Stadt zur Projektionsflache disparater - kunstlerischer und politischer - avantgardistischer Bewegungen und Zielsetzungen. Der Sammelband thematisiert Stadtbilder und Stadtentwurfe in kunstlerischen Experimenten und asthetischen Auseinandersetzungen der historischen Avantgarden in den 1920er und fruhen 1930er Jahren, insbesondere im Verbund mit den technischen Medien Fotografie und Film. Deren historische Voraussetzungen, Einflusse und Wirkungen werden auf internationaler Ebene rekapituliert und aus heutiger Perspektive neu befragt. Dabei nehmen die Aufsatze und kunstlerischen Beitrage zugleich zeitgenossische Projekte von Kunstler*innen, Fotograf*innen und Filmemacher*innen in den Blick, fur die der stadtische Raum der Moderne ebenso wie die kunstlerischen Experimente und Verfahren der Avantgarden gleichsam historisch geworden zum Gegenstand zeitgenossischer Rekonstruktion, (kritischer) Wiederaufnahme und asthetischer Neubefragung werden. Mit Beitragen von Jaimie Baron, Rolf M. Baumer, Aline Helmcke, Mischa Kuball, Yana Lebedeva, Inga Lemke, Felix Lenz, Yulia Liderman, Jessica Nitsche und Schroeter & Berger.
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PDF, Tyska, 2021322 kr
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"Links hatte noch alles sich zu enträtseln" heißt ein Band über Walter Benjamin, den Burkhardt Lindner 1978 herausgab. Zu dieser Enträtselung hat er selbst wie kaum ein anderer beigetragen – ohne je vollständige Enträtselbarkeit zu behaupten. Die Auswahl der in diesem Band versammelten Studien zu Benjamin gibt Einblick in Lindners umfängliche Forschung und damit zugleich in die Geschichte der Benjamin-Rezeption. Das Spektrum der Beiträge reicht von politischen über ästhetischen Fragestellungen bis hin zur Fokussierung von Schreibprozess und Materialität. In "Die Heiterkeit des Kommunismus" schreibt Lindner: "Das Spiel nutzt nichts ab; es etabliert Möglichkeiten." In über 40 Jahren hat sich auch Benjamins Werk für ihn nie abgenutzt. Es bot immer wieder neue Möglichkeiten, weil Lindner ihm mit besonderer Aufmerksamkeit begegnete: Nichts vorschnell selbstverständlich nehmend, bereit, immer wieder mit großer Genauigkeit und Offenheit zu lesen. So trägt er die Heiterkeit zurück zu seinen Leserinnen und Lesern: "Wer Lindners Arbeiten liest", so Jochen Hörisch, "wendet sich mit neuer Lust den von ihnen analysierten und gedeuteten Werken zu, die sich dann anders, ganz anders als zuvor präsentieren."Dass dieses Buch posthum erscheint, wurde unerwartet zu dessen trauriger Geschichte. Es entstand – mit Jürgen Link formuliert – "im naiven Vertrauen auf genügend künftige Zeit" und ist das Resultat eines langen und intensiven Austauschs der Herausgeberinnen mit dem Autor.