Paul Michael Lützeler – författare
Hermann Broch, Visionary in Exile
The 2001 Yale Symposium
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Transatlantic German Studies
Testimonies to the Profession
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Hermann Broch (1886-1951) war als Romancier ein poeta doctus, der sich auch als philosophischer Essayist, Menschenrechtstheoretiker, Massenpsychologe und Literaturkritiker einen Namen gemacht hat. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit Kunst, Architektur, Musik und Film. Mit seinem Drehbuch Das Unbekannte X versuchte Broch, ein breites Publikum für neue wissenschaftliche Themen zu interessieren. Wenn er auch selbst mit den Ideen zur Verfilmung seiner Romane nicht durchdrang, war er doch davon überzeugt, dass dem Film als Massenmedium die Zukunft gehöre. Brochs letzter Roman, Die Schuldlosen, mit der darin enthaltenen und von Hannah Arendt so hoch geschätzten Erzählung der Magd Zerline lebt nicht zuletzt von den Anspielungen auf Mozarts Don Giovanni. Es überrascht nicht, dass einer der bedeutendsten französischen Vertreter der musikalischen Moderne, Jean Barraqué, sich ganz der Vertonung von Brochs Exilroman Der Tod des Vergil widmete. In seiner späten kulturhistorischen Studie Hofmannsthal und seine Zeit lässt Broch noch einmal die Entwicklung der Moderne in den verschiedenen Künsten Revue passieren, wobei er in der Malerei die Stationen von Paul Cézanne über Vincent van Gogh bis Pablo Picasso markiert und in der Literatur zwei Richtungen – die ästhetische und die ethische – profiliert, die sich mit den Namen Hugo von Hofmannsthal und Karl Kraus verbinden. Kraus’ Satire ist in Brochs Augen paradigmatisch für die Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts. Im vorliegenden Band, Ergebnis eines internationalen Broch-Symposiums in Prag, wird das Interesse des Autors an den Künsten erstmals herausgestellt und ihr vielfältiger Einfluss auf sein Werk untersucht. Die Beiträge zeigen, wie stark die Künste gerade in Werken der klassischen modernen Literatur des 20. Jahrhunderts im Sinne von Intertextualität, Ekphrasis und Verflechtung aufeinander gewirkt haben.
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Die Briefe vermitteln ein Bild von Brochs politischen Diskussionen mit Kahler im amerikanischen Exil. In ihnen geht es u.a. um den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg, die Gefahr der Atombombe für die Menschheit, um den Kalten Krieg mit den Folgen der McCarthy-Ära, die Einstellung zu Deutschland und Österreich in den Nachkriegsjahren und die Frage der Hilfe für diese beiden Länder, die Gründung Israels und die Rolle des Intellektuellen allgemein. Zudem schildert Broch die Intentionen seiner Romane „Der Tod des Vergil“ und „Die Schuldlosen“ sowie seiner Studien zu den internationalen Menschenrechten, seiner Überlegungen zur demokratischen Erziehung, zur „Massenwahntheorie“ und seines kulturhistorischen Werks „Hofmannsthal und seine Zeit“. Im Persönlichen werden jüdisch-altösterreichische Retrospektiven eingeschaltet, aktuelle Frauenfreundschaften, die ihn überfordern, geschildert und die Bemühungen seiner Gönner kommentiert, die ihm den Nobelpreis verschaffen wollen, Stellen an deutschen Universitäten vermitteln möchten und ihn zum Mitglied der Darmstädter Akademie gewählt haben, dies meistens mit ironischem Unterton und einer für den Autor typischen Selbstkritik.
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Hermann Broch (1886–1951) gehört mit seinen Novellen, Dramen, Gedichten und vor allem mit seinen Romanen zu den bedeutendsten und innovativsten deutschsprachigen Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Gesamtwerk, zu dem auch Tausende von Briefen gehören, umfasst nicht nur poetische Texte von Weltrang, sondern auch Schriften zur Literatur, zur Philosophie, zur Politik, zur Demokratie- und zur Massenwahntheorie. Das vorliegende Handbuch wurde in Kooperation mit einem internationalen Forscherteam realisiert. Es setzt sich zum Ziel, Brochs Biographie und sein gesamtes literarisches und essayistisches Werk im Zeithorizont vorzustellen, in relevanten Kontexten zu analysieren und neu zu gewichten. Eigene Bearbeitung findet das epistolarische Werk des Autors, seine Kontakte und Netzwerke, darüber hinaus Stationen und Schwerpunkte der Broch-Rezeption. Mit einer umfangreichen, schwerpunktmäßig auf die letzten 25 Jahre konzentrierten Bibliographie zur Primär- und Forschungsliteratur wird der Band vervollständigt.
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Transatlantische Germanistik thematisiert die Entwicklung einer Literatur- und Kulturwissenschaft während der letzten Jahrzehnte auf beiden Seiten des Atlantiks. Die Studie liefert punktuelle Vergleiche zu einer Vielzahl von Themen: Wie wird über Cultural Studies als neuem Paradigmenwechsel in der deutschen und der amerikanischen Literaturwissenschaft nachgedacht? Wie gibt man in den USA germanistische Zeitschriften heraus? Wie können sich deutsche Literaturverlage in Amerika engagieren? Wie lässt sich das Leseverhalten in Deutschland und Amerika charakterisieren? Wie hat sich das Verhältnis der amerikanischen Germanistik zu European Studies entwickelt? In welcher Spannung steht die deutsche Universität zwischen europäischer Reform und amerikanischem Vorbild? Wie befördern Stiftungen und Mittlerorganisationen den akademischen Austausch? Welche Absichten stehen hinter der deutschen Teilnahme an einer amerikanischen Weltausstellung? Welche Wirkungsmöglichkeiten bieten sich expatriierten amerikanischen SchriftstellerInnen in Europa bzw. europäischen ExilautorInnen in den USA? Wie können Vertreter der transatlantischen Germanisitik im Kontext der Globalisierung mit KollegInnen auf anderen Kontinenten kooperieren? Das Buch basiert auf der vierzigjährigen Berufserfahrung eines deutsch-amerikanischen Literaturwissenschaftlers, der auf allen Kontinenten gelehrt hat.
Der deutsch-amerikanische Germanist Paul Michael Lützeler, Jahrgang 1943, der seit vierzig Jahren an der Washington University in St. Louis lehrt, ist ein bewährter Brückenbauer zwischen Literaturwissenschaft, Kritik und Literatur, aber auch im Gebiet des akademischen Austauschs zwischen Deutschland und den USA sowie zwischen Amerika und anderen Kontinenten. Als Lehrer und Gastprofessor, als Wissenschaftler an seiner Heimatuniversität wie an internationalen Forschungszentren, als aktives Mitglied nationaler und globaler Berufsverbände hat er seine transatlantischen Arbeiten mit Theoriebeiträgen, Stellungnahmen und Analysen begleitet, die in diesem Band zusammengestellt wurden. Zu Vorträgen und Gastdozenturen wurde er an Universitäten auf allen Erdteilen eingeladen. Zu den Auszeichnungen, die er erhalten hat, zählen der Forschungspreis der A.v. Humboldt-Stiftung, die Goethe Medaille des Goethe-Instituts und das Österreichische Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft.
Hermann Broch Und Die Romantik
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Hermann Broch (1886–1951), einen der radikalsten Vertreter der Literarischen Moderne, mit der Romantik in Verbindung zu bringen, mag irritieren. Doch spielt die bislang kaum berücksichtigte Kategorie der Romantik im Gesamtwerk Brochs eine doppelte, zentrale Rolle: als epochaler und als trans-epochaler bzw. formaler Begriff. Beide Verwendungsweisen dienen der Analyse des eigenen Zeitgeists, der Standortbestimmung der Moderne in ihrem Spannungsverhältnis von Fragment und Totalität. Brochs Verhältnis zum Begriff der Romantik wird in seiner Ambivalenz entfaltet: Findet in Brochs theoretischen Schriften, in denen der Begriff überwiegend pejorativ verwendet wird, eine explizite Abgrenzung zur Romantik statt, so lassen sich in seinem literarischen Werk immer wieder implizite Anlehnungen an romantische Konzepte beobachten. Der aus einer internationalen DFG-Tagung 2012 hervorgegangene Band erschließt erstmals Brochs Romantikkonzepte im Kontext seiner Zeit sowie deren kritische Aneignung für eine Politik, Philosophie und Ästhetik der Moderne, die weit über die Broch-Forschung hinausreicht.
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Hermann Broch (1886–1951), einen der radikalsten Vertreter der Literarischen Moderne, mit der Romantik in Verbindung zu bringen, mag irritieren. Doch spielt die bislang kaum berücksichtigte Kategorie der Romantik im Gesamtwerk Brochs eine doppelte, zentrale Rolle: als epochaler und als trans-epochaler bzw. formaler Begriff. Beide Verwendungsweisen dienen der Analyse des eigenen Zeitgeists, der Standortbestimmung der Moderne in ihrem Spannungsverhältnis von Fragment und Totalität. Brochs Verhältnis zum Begriff der Romantik wird in seiner Ambivalenz entfaltet: Findet in Brochs theoretischen Schriften, in denen der Begriff überwiegend pejorativ verwendet wird, eine explizite Abgrenzung zur Romantik statt, so lassen sich in seinem literarischen Werk immer wieder implizite Anlehnungen an romantische Konzepte beobachten. Der aus einer internationalen DFG-Tagung 2012 hervorgegangene Band erschließt erstmals Brochs Romantikkonzepte im Kontext seiner Zeit sowie deren kritische Aneignung für eine Politik, Philosophie und Ästhetik der Moderne, die weit über die Broch-Forschung hinausreicht.
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Hermann Broch (1886–1951) gehört mit seinen Novellen, Dramen, Gedichten und vor allem mit seinen Romanen zu den bedeutendsten und innovativsten deutschsprachigen Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Gesamtwerk, zu dem auch Tausende von Briefen gehören, umfasst nicht nur poetische Texte von Weltrang, sondern auch Schriften zur Literatur, zur Philosophie, zur Politik, zur Demokratie- und zur Massenwahntheorie. Das vorliegende Handbuch wurde in Kooperation mit einem internationalen Forscherteam realisiert. Es setzt sich zum Ziel, Brochs Biographie und sein gesamtes literarisches und essayistisches Werk im Zeithorizont vorzustellen, in relevanten Kontexten zu analysieren und neu zu gewichten. Eigene Bearbeitung findet das epistolarische Werk des Autors, seine Kontakte und Netzwerke, darüber hinaus Stationen und Schwerpunkte der Broch-Rezeption. Mit einer umfangreichen, schwerpunktmäßig auf die letzten 25 Jahre konzentrierten Bibliographie zur Primär- und Forschungsliteratur wird der Band vervollständigt.
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Publizistische Germanistik zeigt, wie die Ergebnisse literaturgeschichtlicher und -theoretischer Forschung in den Sprachen und Formen der Kritik und des Essays in den Medien vermittelt werden können. Der Autor hat seit Jahrzehnten in Wochen- und Tageszeitungen (DIE ZEIT, Neue Zürcher Zeitung, DIE WELT, Frankfurter Allgemeine, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel) und in Kulturzeitschriften (Neue Rundschau, Merkur) zahlreiche Beiträge veröffentlicht, die sich aus seinen wissenschaftlichen Arbeiten zur Gegenwartsliteratur und Exildichtung, zur Klassik und Romantik, zum literarischen Europa-Diskurs und zur Zeitkritik ergaben. Die Dokumentation dieser Kritiken und Essays ist als Ermutigung für den Nachwuchs in der Germanistik gedacht, den Aspekt der publizistischen Vermittlung nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn die Forschung die Öffentlichkeit vergisst, vergisst auch die Öffentlichkeit die Forschung. In der Einleitung geht der Autor auf die Triade von Kritik, Dichtung und Wissenschaft ein und plädiert für eine intensivere Beziehung dieser drei so unterschiedlichen Institutionen des literarischen Betriebs, d.h. für ein Gespräch, in dem Vorurteile abgebaut und dadurch gegenseitige Inspirationen erleichtert werden.
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Publizistische Germanistik zeigt, wie die Ergebnisse literaturgeschichtlicher und -theoretischer Forschung in den Sprachen und Formen der Kritik und des Essays in den Medien vermittelt werden können. Der Autor hat seit Jahrzehnten in Wochen- und Tageszeitungen (DIE ZEIT, Neue Zürcher Zeitung, DIE WELT, Frankfurter Allgemeine, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel) und in Kulturzeitschriften (Neue Rundschau, Merkur) zahlreiche Beiträge veröffentlicht, die sich aus seinen wissenschaftlichen Arbeiten zur Gegenwartsliteratur und Exildichtung, zur Klassik und Romantik, zum literarischen Europa-Diskurs und zur Zeitkritik ergaben. Die Dokumentation dieser Kritiken und Essays ist als Ermutigung für den Nachwuchs in der Germanistik gedacht, den Aspekt der publizistischen Vermittlung nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn die Forschung die Öffentlichkeit vergisst, vergisst auch die Öffentlichkeit die Forschung. In der Einleitung geht der Autor auf die Triade von Kritik, Dichtung und Wissenschaft ein und plädiert für eine intensivere Beziehung dieser drei so unterschiedlichen Institutionen des literarischen Betriebs, d.h. für ein Gespräch, in dem Vorurteile abgebaut und dadurch gegenseitige Inspirationen erleichtert werden.
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Hofmannsthal und seine Zeit
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