Das Verhältnis von Einzelner und Gemeinschaft, Selbst und Anderem bildet die Grundlage für Emanuel Hirschs Anthropologie, Harmatiologie, Theologie und Soteriologie. Oskar Hoffmann rekonstruiert in seiner Dissertationsschrift Hirschs existentialphänomenologische Aktualisierung der lutherischen Rechtfertigungslehre unter den Begriffen Gesetz und Evangelium auf anerkennungstheoretische Weise. Im Zuge dieser intersubjektivitätstheoretischen Interpretation von Hirschs Theologie wird gezeigt, dass sich mit Emanuel Hirsch und in Abgrenzung zu seiner völkisch-rassistischen Ideologie ein starker Begriff von Individualität entwickeln lässt, der einerseits das Erlösungsgeschehen in Jesus Christus überzeugend zu entfalten ermöglicht und andererseits Hirschs Theologie anschlussfähig für aktuelle theologische, philosophische und soziologische Debatten macht.