Studienarbeit aus dem Jahr 2021 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: 1,3, Ruhr-Universitat Bochum, Sprache: Deutsch, Abstract: Das in der zweiten Halfte des 13. Jahrhunderts entstandene Herbstlied"e; gehort zum Reizvollsten, was die Lyrik unseres Zeitraums hervorgebracht hat und bildet ein Bruch mit dem konventionellen Charakter des Minnesangs des 13. Jahrhunderts. Dieses Werk ist Steinmar, dem wohl originellsten der Schweizer Minnesanger zuzuschreiben und eroffnet, gefolgt von 13 weiteren Liedern, das Steinmar-Korpus im Codex Manesse. Im Vergleich zu den restlichen Werken, die die Minnetradition fortfuhren, hebt sich das Herbstlied hervor durch Parodierung und Revolutionierung des Minnesangs. Es lassen sich mehrere Fremdeinflusse erkennen. Bereits die erste Strophe des Liedes entpuppt sich als Parodie der konventionellen Minne, denn das lyrische Ich wendet sich von der Liebe und der umworbenen Dame ab und widmet sich der Vollerei in all ihren Fassetten zu. Es folgt eine Personifizierung des Herbstes, mit dem der Sanger einen Pakt eingeht, der ihm eine regelrechte Fress- und Sauforgie, als Linderung seiner Sorgen verspricht, im Gegenzug zu seiner Unterstutzung in dem Kampf gegen den Mai.