Varianz und Vertikalisierung
Zur Normierung der Adjektivdeklination in der ersten Halfte des 18. Jahrhunderts
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Diese Untersuchung zeigt, da in dem Zeitraum, in dem nach allgemeinem Konsens der Sprachgeschichtsschreibung die Normierung der Adjektivdeklination durchgefuhrt wurde, eine Vertikalisierung funktionaler Varianten stattgefunden hat. Anhand von Texten verschiedener literarischer Textsorten des normsetzenden Sprachraums werden variante Belege der ersten Halfte des 18. Jahrhunderts ermittelt und diskutiert. Alle analysierten Belege weisen eine systematische, funktionale Verwendung der Adjektivdeklination auf, die sich in den entsprechenden morphosyntaktischen Umgebungen im spateren Neuhochdeutschen nicht mehr findet, da sie im Normierungsproze, oft zugunsten einer anderen funktionalen Verwendung, aufgegeben wird. Die Vertikalisierung des Variantenspektrums ist im Fall der Adjektivdeklination nicht durch die Bevorzugung der Varianten des normsetzenden Sprachraums zu erklaren, denn auch hier vollzieht sich eine Vertikalisierung funktionaler Verwendungsweisen. Um auslosende Faktoren der Variantenhierarchisierung zu ermitteln, werden die Aussagen der zeitgenossischen Sprachtheoretiker zur Adjektivdeklination herangezogen. Deren Schriften belegen jedoch nur in Einzelfallen zugrundeliegende Auswahlprinzipien. Statt dessen enthalten sie umfangreiche Angaben zur Rechtfertigung oder Pejoration von Varianten, die die Vertikalisierung als eine am Sozialprestige orientierte Variantenhierarchisierung offenbart.