Christoph Bohr – författare
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John Emerich Edward Dalberg Acton (1834 bis 1902) war Historiker und Publizist. Er zählt zu den bedeutendsten Liberalen in Europa. Als Geschichtsschreiber der Freiheit beschäftigte ihn zeit seines Lebens die Frage nach dem philosophischen und politischen Leitbild im Denken und Handeln der Europäer. Fragen, die er als Politiker und Publizist stellte, sind heute erneut in den Mittelpunkt gerückt: Wie lässt sich die Freiheitlichkeit liberalen Denkens mit der Überzeugung christlichen Glaubens vereinbaren? In welcher Beziehung steht die Freiheit des Denkens zu einer Bindung im Glauben? Auf welchen religiösen Grundlagen ruht die liberale Gesellschaft? Der Band versammelt Reflexionen auf Antworten, zu denen Lord Acton im 19. Jahrhundert fand. Ihre überraschende Modernität verdient eine erinnernde Präsenz im Denken heute.
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Zum Grund des Seins
Metaphysik und Anthropologie nach dem Ende der Postmoderne – Rémi Brague zu Ehren
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Das Buch spannt einen Bogen von der Kernfrage der Metaphysik hin zur Ausgangsfrage der Anthropologie: Was ist der Mensch? Ein missratenes Geschöpf, dem nur die blanke Verzweiflung bleibt, weil es für die Welt besser wäre, wenn es ihn gar nicht gäbe? Oder geht, um es mit den Worten von Rémi Brague zu sagen, dem Indikativ des Seins ein Imperativ zum Sein voran, so dass es gute Gründe für das Dasein des Menschen gibt – Gründe, die jenseits aller Selbstrechtfertigung liegen? Wenn es solche Gründe gibt, wird man über sie kaum reden können, ohne zugleich nach dem zu fragen, was sie bedingungslos macht. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus wird dieser Frage nach dem Unbedingten – Gott – in ihrer Beziehung zum Sein des Menschen nachgegangen.
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Brunis historisch-methodologische Analyse von Reziprozität wendet sich gegen die herrschende Meinung in den Wirtschaftswissenschaften, die sich – dem Menschenbild des ‚homo oeconomicus‘ folgend – einzig mit den beiden einfachsten Formen von Reziprozität, nämlich vertraglicher Zusammenarbeit sowie eigennützigen Handlungen, befassen und alle anderen Formen ausblenden. Der Verfasser analysiert soziale Interaktionen in den drei unterschiedlichen Weisen von Reziprozität, die allesamt schließlich einer vierten Strategie gegenübergestellt werden: nämlich der grundsätzlichen Verweigerung von Reziprozität. Brunis Buch ist längst zu einem anerkannten Grundlagenwerk geworden und von Interesse für alle, die sich mit dem Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesellschaft, dem Charakter von Reziprozität, der Struktur sozialer Interaktionen und der Methodologie evolutionärer Spieltheorie befassen. Es vermittelt grundlegende, weiterführende Einsichten über die Regeln, denen gesellschaftliches Zusammenleben folgt.
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Ein Leben lang leidet der Mensch an der nie zu überwindenden Endlichkeit seiner Vernunft, die ihn heftig mit Fragen bedrängt, zu deren Beantwortung sie selbst gar nicht in der Lage ist. Im Blick auf den Versuch, dieses Paradoxon aufzulösen, dass nämlich einerseits das metaphysische Bedürfnis der Vernunft zwar von dieser nicht aus eigener Kraft zufriedengestellt werden kann, andererseits aber diese Einsicht keineswegs ihr bohrendes Fragen zum Schweigen bringt, wird die Verführung nachvollziehbar, das Kind mit dem Bade auszuschütten und der Vernunft rundweg und grundsätzlich eine tragfähige lebens- und handlungsleitende Kraft abzusprechen. Große Teile der Postmoderne sind von diesem tiefen Misstrauen, das den Abschied von aller Vernunft zu rechtfertigen scheint, geprägt. Die Alternative zu ihrer Verabschiedung im Aufweis der Möglichkeit – ja Notwendigkeit – von Metaphysik auch und gerade angesichts einer stets in ihrer Endlichkeit gefangenen Vernunft wird in diesem Buch gezeichnet.
1 214 kr
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Sofern es im phänomenologischen Sinne nur Sein geben kann, wenn es Erscheinen gibt, ist unsere Seinserfahrung an eine originär leibliche Subjektivität gebunden, welche als Lebenserprobung jeder Seinsbegegung transzendental vorausliegt. Dem wird im Zusammenhang mit dem abendländischen Transzendenzbegriff nachgegangen, wobei auch die transkulturelle Perspektive der Leere im Buddhismus sowie der urchristlichen Doxa als Herrlichkeit Gottes berücksichtigt wird. Durch die Identität von Lebenserprobung und ursprünglichem Nicht-Wissen hinsichtlich solcher Lebenspassibilität ist zugleich jede Diskursivität aufgehoben, welche den Anspruch erhebt, über eine begriffliche Sinnstiftung diese Originarität unserer abgründigen Seins- als Lebenserprobung einholen zu können. Daraus ergeben sich ethische wie religiöse Konsequenzen für unsere kulturelle Zukunft, die nicht mehr von der Allgemeinheit mittels Wissen und Lebensformen geprägt sein wird, sondern wo Ipseität und Kopathos für alle Individuen inden Mittelpunkt rücken.
924 kr
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Drei wichtige Manuskripte aus dem Nachlass von Richard Schaeffler – er lebte von 1926 bis 2019 – versammelt dieses Buch, ergänzt um eine Reflexion zur Theodizee und vier Beiträgen des Herausgebers über Leben und Werk des bedeutenden Philosophen. Die bisher unbekannten, autobiographisch geprägten Texte Schaefflers, die er kurz vor seinem Tod dem Herausgeber für eine spätere Veröffentlichung überließ, erscheinen hier erstmals. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass Denken und Leben bei Schaeffler zu einer Einheit verschmelzen: Durch Lebenserfahrung angestoßen, eröffnet uns das Denken die Möglichkeit einer Versöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte. Das gilt in besonderer Weise für die Erfahrung von Leid, die Schaefflers Leben vor allem in der Jugend – als Halbjude in der Zeit des Nationalsozialismus – und im Alter – angesichts von Krankheit und Siechtum – prägte. Wie kann Philosophie mit Leiden und Endlichkeit umgehen, ohne der Verzweiflung zu verfallen? Dem Leser gibt Schaeffler Zeugnis von seiner Selbstverständigung als Wissenschaftler: dass nämlich Philosophie nur dort ihren Namen verdient, wo sie nicht in der weltentrückten Beschaulichkeit eines Gelehrtenzimmers betrieben wird, sondern – als Lebensform eingeübt und erprobt – ihren Ausgang nimmt in den eigenen (Leid-) Erfahrungen – der Erfahrung bedrängender menschlicher Endlichkeit. Das Leben ist der Prüfstein des Denkens.
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Ist Natur eine Norm der Praxis? Mit anderen Worten gefragt: Weist seine Natur dem Menschen einen Weg zum rechten – gar zu einem gebotenen – Handeln?
Seit Aristoteles wurde diese für die menschliche Lebensform gewichtige Frage mit einem unmissverständlichen ‚Ja‘ beantwortet. Die Neuzeit neigt überwiegend zu einer gegenteiligen Antwort. Denn, so wird jetzt gefragt: Was ist eigentlich Natur? Ist sie dem Menschen gleichsam als Mitgift in die Wiege gelegt, also seinem Lebensvollzug und seinen Handlungsentscheidungen mit verbindlichem Anspruch vorgegeben? Oder ist Natur – das Sein des Menschen – allein das, was der Mensch zwischen Geburt und Tod aus sich selbst macht, also bloß ein So-und-Jetzt-Sein? Ist der Mensch im Sinne normativer Natürlichkeit möglicherweise ganz und gar unbestimmt? Kurzum: Wie steht es um die Natur des Menschen und deren Anspruch auf Normativität?
Dieser Streitfrage, die heute im Für und Wider – nicht zuletzt im Blick auf die sich zunehmend verschärfende Herausforderung einer Selbstbehauptung des Humanen angesichts einer immer mächtiger werdenden Bevormundung unserer Lebensvollzüge durch Algorithmen – auf das Heftigste in Philosophie wie in Politik verhandelt wird, gehen die Beiträge dieses Buches, das viele inzwischen maßgeblich gewordene Wortmeldungen zur Sache versammelt, nach.
489 kr
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