Entlang der Stationen des Kulturkontakts wird in dieser Studie der Prozess der Transkulturation bei deutschen Eingewanderten in Chile verfolgt - vom Auswanderungsentschluss bis zu Reisen in die alte Heimat oder gar zur moglichen Ruckwanderung. Aus der Perspektive der Akteurinnen und Akteure werden dazu die Stadte Valparaiso und Valdivia von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vergleichend gegenubergestellt. Astrid Frevert zeigt, dass sich der Unterschied zwischen Deutschstammigen in beiden Stadten dabei als nicht so gro darstellt, wie es bislang angenommen wurde. Verbindungen zwischen beiden Orten trugen dazu bei, dass die Entwicklung einer deutsch-chilenischen Gruppenidentitat trotz aller Unterschiede ahnlich verlief. Gemeint war mit Deutschtum sowohl in Valparaiso als auch in Valdivia in der Regel explizit eine deutsch-chilenische Identitat. Das Bewusstsein, Teil des neuen chilenischen Heimatlandes zu sein, war in Valdivia allerdings ausgepragter als in Valparaiso.