Diplomatische Objekte?
Zur materiellen Kultur auenpolitischer Verhandlungen in fruhneuzeitlichen Ereignisbildern
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Beskrivning
Die Erforschung des diplomatischen Dinggebrauchs stellt ein innovatives Forschungsfeld dar. In der Fruhen Neuzeit wurden soziale Ordnungen uber den demonstrativen Gebrauch von Dingen mit ihrer spezifischen Materialitat, Farbigkeit, Form und Funktionalitat nicht nur dargestellt, sondern hergestellt. In der Kultur der Dinge manifestierten sich die politisch-rechtlichen Beziehungen zwischen Herrschaftstragern und ihren diplomatischen Akteuren in einem entstehenden europaischen Staatensystem. Vor allem am Beispiel der im Gemalde "e;The Somerset House Conference"e; visualisierten Objektwelten zum spanisch-englischen Frieden von 1604 illustriert der Beitrag, welche Erkenntnispotentiale die Analyse diplomatischer Ereignisbilder eroffnet. Er pladiert fur einen methodischen Neopositivismus, der solche Bildquellen in ihrem uber die Intentionen von Auftraggebern und Bildproduzenten hinausgehenden Aussagegehalt ernst nimmt und nicht als bloe Konstruktionen diplomatischer Akte begreift. Dabei fungierte die semantische Ambivalenz der Dinge oft als Mittel der Herstellung von auenpolitischem Konsens, was in der gemeinhin konfliktfixierten Geschichtswissenschaft nicht selten aus dem Blick gerat.