Das konstruktivistische Interesse am Korper

Geschlecht, Identitat und der Naturbegriff der Kritischen Theorie

AvGerhard Schweppenhauser

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PDF, Tyska, 2026

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Derzeit findet ein kultureller Befreiungskampf statt: Junge Menschen wehren sich dagegen, dass ihr sexuelles Selbstverstandnis verachtlich behandelt und unterdruckt wird. Denn autoritare Politik diffamiert Selbstbilder und Identitatsverstandnisse, die von uberlieferten Normen abweichen, als widernaturlich. Dem wird eine kulturalistische Position entgegengesetzt, die die theoretische Legitimation dafur liefert, das Konzept Natur aufzulosen. An der Transgender-Debatte wird spurbar, dass es sich um weit mehr als einen akademischen Konflikt handelt. Was wird aus dem Eingedenken der Natur im Subjekt , in dem laut Horkheimer und Adorno die verkannte Wahrheit aller Kultur liegt, wenn sich der kulturalistische Ansatz durchsetzt? Schweppenhausers Essay wendet sich nach einem Blick auf aktuelle Kontroversen (etwa um die feministische Philosophin Kathleen Stock) der Physei-Nomo-Problematik in der antiken Philosophie zu; dann folgt er den verschlungenen Pfaden der Genderforschung unter den Aspekten der Deutungs- und der Gestaltungshoheit. Der Autor kommt zu dem Schluss: Die Annahme, dass Geschlechtlichkeit nominalistisch als Genderidentitat zu definieren sei, sei ein philosophischer Irrweg. Die Entleerung des Naturbegriffs bereite den Boden dafur, dass sich der Wunsch nach gesellschaftlicher Selbstbestimmung in den Wunsch nach radikaler Verfugung uber den je eigenen Korper verwandelt.

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