Unser Bild vom Norden Europas ist in der langen Begegnungsgeschichte von Projektionen und Sehnsuchten gepragt: Von Berserkern und Kriegsgraueln, vom schlechten Wetter, einer grandiosen Natur, stabilen Institutionen, von sozialer Vorsorge, Gleichheit und Wohlstand, von Friedfertigkeit, geringer Korruption, von Hygge und Bullerbu - all dies gehort zum Norden-Narrativ. Aber: Wie steht es tatsachlich um die religiose, sprachliche und ethnische Homogenitat, um die viel geruhmte nordische Zusammenarbeit? Wie "e;funktioniert"e; Politik? Was steckt hinter der Idee vom "e;nordischen Ton"e; in der Musik, vom "e;nordischen Licht"e; in der Malerei? Wie glucklich lebt man im Norden? Was meint der "e;banale Nationalismus"e;, wo ist die skandinavische Spakultur einzuordnen? Welche Riten bestimmen den Alltag? Die nordische Exzeptionalitat ist eine wohlfeile Konstruktion. Ein exklusives "e;nordisches"e; Modell hat es nie gegeben: Der Norden war und ist integraler Bestandteil der europaischen Zivilisation. Was wissen wir im Suden vom Norden?