Rechter Rand und demokratische Mitte
Radikalisierung und Legitimation extrem rechter Politik nach 1945
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Trotz ihrer politischen Randstandigkeit konnte die extreme Rechte in der Bundesrepublik immer wieder an gesellschaftlich breit akzeptierte Vorstellungen anknupfen und dadurch an Einfluss gewinnen. Extrem rechte Diskurse rucken immer starker in die Mitte der Gesellschaft, so eine aktuelle Beobachtung. Ein Blick in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zeigt allerdings, dass wechselseitige Bezugnahmen zwischen Akteuren der extremen Rechten und demokratischen Kraften keineswegs neu sind. Die extreme Rechte fand stets Anknupfungspunkte an gesellschaftlich etablierte Vorstellungen und radikalisierte sie. Auf diese Weise gewann sie Legitimation fur ihre Politik und Einfluss weit uber ihr angestammtes Milieu hinaus. Niklas Krawinkel analysiert die Entwicklung der extremen Rechten und den Umgang mit ihr von den 1950er bis in die fruhen 1990er Jahre anhand von vier Themen: Die extrem rechte Wiking-Jugend, die Theorie- und Debattenzeitschrift Nation Europa, die Rolle des ehemaligen Luftwaffenoberst Hans-Ulrich Rudel sowie mit Frankfurt am Main die Bedeutung von extrem rechten Akteuren in einem lokalen Umfeld. Der Autor zeigt anschaulich, welchen Wandlungen, Kontinuitaten und Aktualisierungen Ideologie und Praxis der extremen Rechten unterworfen waren. Neben deren Wechselwirkungen mit der gesellschaftlichen Mitte nimmt Krawinkel auch jene Gegenkrafte in den Blick, die es der extremen Rechten erschwerten, ihre Ziele in der demokratischen Gesellschaft durchzusetzen.