Dass die sogenannte abendlandische Musik eine Fulle von musikalischen Kunstwerken hervorgebracht hat, die mit den Adjektiven 'einmalig', 'groartig', 'genial' etc. verbunden werden, ist Fakt. Die in dieser Abhandlung untersuchten Werke sowie die dargestellten Werkkonzeptionen und auch musikalischen Zukunftsvisionen - selbst wenn letztere unerfullt blieben - gehoren sicherlich ebenso zu einer solchen Auflistung dazu, doch weisen sie Besonderheiten auf, die uber das 'Gewohnliche', Normative hinausgehen: so z. B. im Blick auf Normabweichungen in formaler, harmonischer, struktureller oder konzeptioneller Hinsicht. Im Fokus der Betrachtungen in diesem Band stehen in zehn Kapiteln das Konzept der Musica enchiriadis sowie Kompositionen von Johannes Ockeghem und Romano Micheli, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Anton Reicha, Frederic Chopin, Hector Berlioz, Maurice Ravel, Anton Webern, Gyorgy Ligeti und John Cage.