Ralf Dahrendorf (1929-2009) gehört zu den einflussreichen Vertretern einer liberalen Sozialtheorie. Er versteht Konflikt nicht als Störung, sondern als konstitutives Element moderner Gesellschaften. Seine zentralen Konzepte von Freiheit, Konflikt und Lebenschancen bieten auch in der Gegenwart wichtige Ansatzpunkte zur Befassung mit demokratischen Ordnungen unter Bedingungen von sozialem Wandel, Ungleichheit und politischer Polarisierung.Der vorliegende Sammelband greift dieses theoretische Vermächtnis auf, diskutiert seine Aktualität für gegenwärtige gesellschaftliche Herausforderungen. Die Beiträge des Bandes befassen sich mit zentralen Begriffen und Argumentationslinien Dahrendorfs und entwickeln sie im Hinblick auf Fragen von Bildung, Sozialpolitik, sozialer Bindung, institutioneller Freiheitssicherung sowie auf die Verteidigung offener Gesellschaft weiter. In den Beiträgen werden theoretische und zeitdiagnostische Perspektiven miteinander verbunden.Der Band versammelt Beiträge von Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Italien und zeigt, wie Dahrendorfs konzeptionelles Denken einen analytisch hilfreichen und normativ reflektierter Zugang zur Befassung mit modernen Demokratien und ihren Gefährdungen darstellt. Der Band richtet sich an Leserinnen und Leser aus Soziologie, Politikwissenschaft und benachbarten Disziplinen, die sich für Konflikt, Freiheit, Lebenschancen und Zukünfte offener Gesellschaften interessieren.