Ein zentraler Grundungsmoment der Bundesrepublik im prekaren Kontext der Nachkriegsgesellschaft. Der Parlamentarische Rat ist ein zentraler Ort der westdeutschen Staatsgrundung, und doch ist er als Institution von der Forschung lange vernachlassigt worden. Uber das Gremium, in dem das Grundgesetz beraten wurde, und seine Organisation ist erstaunlich wenig bekannt. Rund 75 Jahre nach seinem Zusammentritt beleuchtet dieser Band den Parlamentarischen Rat erstmals systematisch als politische Institution: mit seinen Akteuren, Konflikten und Verfahren im prekaren Kontext der Nachkriegsgesellschaft. Wer nahm Einfluss, wer beriet, wer beobachtete? Wie funktionierte dieses Gremium jenseits der wenigen bekannten Namen? Welche Alternativen wurden diskutiert, welche verworfen? Welche politischen Vorstellungen, historischen Deutungen und Zukunftsentwurfe prallten aufeinander? Die Autorinnen und Autoren kommen aus der Geschichts-, Politik- und Rechtswissenschaft. Sie rekonstruieren die institutionellen, sozialen und symbolischen Bedingungen der Bonner Verfassungsberatungen und bieten neue Einblicke in einen Grundungsmoment der Bundesrepublik.