Rebecca Welkens untersucht das Motiv der Tronie als eigenstandige Darstellungsform des menschlichen Gesichts und analysiert ihre Funktionen, Rezeptionen und Verwertungsstrategien vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, erstmals unter dem Aspekt ihrer Medialitat. Losgelost von den traditionellen Kunstgattungen fungieren grafische Tronies als ein vielseitiges Instrument fur die Darstellung kunstlerischer Fahigkeiten (Stil, Motivik, Technik) sowie fur die (Selbst-)Reprasentation. In der Arbeit werden Werke der Gebruder Doetecum, Rembrandts, Jan Lievens' und ihren Nachfolger:innen erstmalig ins Verhaltnis gesetzt, wodurch gezeigt werden kann, wie die Tronie zum festen Bestandteil der fruhen Kunstmarkte wurde und welchen Bedeutungswandel das Motiv selbst durchlief.