Suhrkamp Und DDR
Literaturhistorische, Praxeologische Und Werktheoretische Perspektiven Auf Ein Verlagsarchiv
Del 159 i serien Studien Und Texte Zur Sozialgeschichte der Literatur
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Die Studie rekonstruiert erstmals die wechselvolle Beziehungsgeschichte des Suhrkamp Verlags zu Autor:innen und zur Literatur der DDR. Auf der Basis unveröffentlichter Archivalien liefert sie neue Erkenntnisse über Personen, Praktiken sowie Produktionsprozesse und erschließt damit einen Teil der noch weitgehend ungeschriebenen Literaturgeschichte des geteilten Deutschlands. Die Literaturwissenschaftlerin Anke Jaspers erprobt dabei die Möglichkeiten einer praxeologisch ausgerichteten Literaturgeschichte, bei der Verlage als zentrale Akteure konzeptionell mit einbezogen werden. Empirisch fundiert führt sie vor, inwiefern sich die ‚Ausgabe‘ als Kategorie zwischen Text und Werk in die Theorie des literarischen Werks integrieren lässt. Am hier entwickelten Genre der ‚Ausgabeninterpretation‘ und unter Berücksichtigung der Rolle von Verlagen in der Literaturproduktion zeigt Jaspers zudem, wie sich intentionalistische Gedankenfiguren der Hermeneutik differenzierter darstellen lassen. Mit dem Blick auf die Mitarbeit von Autor:innen an der Produktion ihrer Bücher wird zudem eine Materialästhetik literarischer Autorschaft entfaltet.