Essay aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Sport - Sonstiges, Note: 1,3, Georg-August-Universität Göttingen, Sprache: Deutsch, Abstract: Wohl in keinem anderen Fach, mit dem Kinder während ihrer Schullaufbahn konfrontiert werden, besitzt die Kategorie Geschlecht eine solch offensichtliche Relevanz wie im Sportunterricht. Man denke nur an das klassische Verlangen nach einem "Mädchen-gegen-Jungs"-Duell sobald die Lehrkraft ein Mannschaftsspiel vorschlägt. Der Sportunterricht befindet sich dabei in einem kontinuierlichen Spannungsverhältnis: Zum einen ist es mittlerweile allgemeiner Konsens, dass Schüler*innen durch den Sportunterricht unabhängig von Geschlecht Einblicke und Freude an den verschiedensten Sportarten vermittelt werden sollen. Gleichzeitig kann man aber auch nicht die Unterschiedlichkeit der Entwicklungen der Kinder – vor allem im Hinblick auf die Pubertät – ignorieren, da hiermit nicht nur körperliche, sondern auch mentale und emotionale Stärken und Defizite bei verschiedenen Schüler*innen einhergehen.Der eigentlich vorhandene pädagogische Gleichheitsansatz wird also durch sowohl real existente, als auch lediglich konstruierte Differenzen "torpediert". Es existiert eine Vielzahl an Lösungswegen und -konzepten, um diesem Konflikt zu begegnen. Einige davon durfte ich inklusive ihrer Wirkungen in der Praxis im Zuge eines freiwilligen sozialen Jahres an einer integrierten Gesamtschule in Kassel selbst kennenlernen. Letztlich sollen innerhalb dieses Essays verschiedene Handlungsempfehlungen, wie mit dem Gegensatz von einem Ideal der Gleichheit und einer Praxis der Differenz(en) innerhalb des Sportunterrichts umgegangen werden soll, ausgearbeitet und kritisch betrachtet werden.