Das Buch Daniel beschreibt das Reich Gottes als einen idealen und den irdischen Kontext transzendierenden Zustand. In dieser Arbeit wird entsprechend auf Basis politisch-eschatologischer Theorie gepruft, inwiefern die Verheiung des Buches Daniel mit dem aristotelischen Idealzustand einer Gemeinschaft als Polis analog sein kann. Die Trennung von Religion und Politik ist einer der zentralen Markenkerne vieler moderner westlicher Demokratien. Das Gebot der Laizitat, mindestens aber der Sakularitat wird oftmals, ahnlich einer Monstranz, vor den politischen Gemeinwesen hinweggetragen, wenn religiose Einflusse auf staatliche Organe einzuwirken versuchen. Gleichwohl bestreitet in diesem Kontext wohl kaum noch jemand die gro e Bedeutung der Religionsfreiheit, sowohl in ihrer positiven, als auch in ihrer negativen Auspragung. Die Trennung des Politischen und des Religiosen nimmt ihren Ausgangspunkt allerdings mitnichten erst in der Moderne, im Zuge der weitreichenden Demokratisierung in der Folge der Franzosischen Revolution, sondern lasst sich ideengeschichtlich deutlich weiter zuruckverfolgen. Die aristotelische Theorie des Politischen wurde bewusst ebenfalls ohne jedweden Gottesbezug verfasst und weist keinerlei Auseinandersetzung mit dem Gottlichen oder der Theodizee auf.