Liebe hat keine Zeit. Thomas Hettche taucht ein in das gro te aller Gefuhle. Zartlich und voller Leidenschaft erzahlt er von einer spaten und umso unbedingteren Liebe. Sein neuer Roman nahert sich ihrem Wesen, ihrem Wunder und ihrem Abgrund. Max stellt kunstliche Augen her. Er ist Okularist. In seiner Praxis, uber der Flamme des Bunsenbrenners, formt er feine Glaskugeln, versieht sie mit farbigen Aderchen, Iris und Pupille. Max wei von der stillen Sprache der Blicke. An den Blitzschlag der Liebe aber glaubt er mit Anfang sechzig nicht mehr. Bis er eines Sommerabends Anna begegnet und ihn die Gefuhle in ungekannter Wucht uberwaltigen. Anna geht es genauso, doch sie ist verheiratet, und so bleiben den beiden immer nur Tage, das zu leben, was nicht sein darf. Und immer sind da die Erinnerungen, die Traume, die Schatten. Das sturzt Max in Verzweiflung, denn er wei , er hat seine gro e Liebe gefunden. Und er ahnt, dass sie ihn auf eine unheimliche Probe stellen wird.