Heinrich Schliemann gilt als der Vater der modernen Archaologie, der Mann, der allein durch seinen Glauben an Homer das legendare Troja entdeckte. Doch die Wahrheit ist weit weniger heldenhaft und deutlich explosiver. "e;Der Zerstorer von Troja"e; zeichnet das Bild eines besessenen Hochstaplers und genialen Selbstvermarkters, der Fakten falschte, Funde manipulierte und sich seinen Platz in den Geschichtsbuchern buchstablich erkaufte. Das Buch fokussiert sich auf die rucksichtslose Ausgrabungsmethode Schliemanns am Hugel Hisarlik. In seiner Gier, schnell zum "e;Schatz des Priamos"e; vorzudringen, lie er seine Arbeiter einen massiven Graben quer durch den Hugel treiben. Dabei durchbrach er acht archaologische Schichten und vernichtete unwiederbringlich die Ruinen des tatsachlichen homerischen Trojas, um zu einer viel alteren, falschen Schicht zu gelangen. Es ist die Geschichte eines Mannes, der so sehr geliebt werden wollte, dass er bereit war, die Geschichte selbst zu zerstoren, um sie neu zu schreiben. Autor Thomas Hanke zeigt, wie Schliemanns "e;Dynamit-Archaologie"e; zwar die Welt verbluffte, aber der Wissenschaft einen Schaden zufugte, von dem sie sich bis heute nicht ganz erholt hat.