Winter 1942/43. Im Kessel von Stalingrad sterben 300.000 deutsche Soldaten. Nicht im Sturm, nicht in einem letzten Heldenkampf - sie sterben an Hunger, Kalte, Sinnlosigkeit und an den Befehlen von Mannern, die weit weg sind und weitermachen. Theodor Plievier schrieb diesen Roman im Moskauer Exil, nach monatelangen Gesprachen mit gefangenen deutschen Soldaten in sowjetischen Lagern und mit Zugang zu militarischen Akten beider Seiten. Was er daraus machte, ist kein Kriegsroman im ublichen Sinne. Es ist ein Tatsachen-Epos von schonungsloser Drastik, das keine Helden kennt und keine Heldenerzahlung duldet: Oberst Vilshofen, der langsam begreift, was dieser Krieg wirklich ist, und Unteroffizier Gnotke, der einfache Soldat im Fleischwolf beide durchlaufen einen Lauterungsprozess, der kein Triumph ist, sondern das bittere Ende aller Illusionen. 1945 erschien "e;Stalingrad"e; gleichzeitig in Berlin und Mexiko und wurde sofort zu einem Bestseller zum ersten Bestseller im Nachkriegsdeutschland uberhaupt. Es war das erste Buch, das dem deutschen Lesepublikum die Wahrheit uber den Untergang der 6. Armee sagte: uber die militarische Hybris, die politische Verantwortungslosigkeit und das Sterben der Namenlosen, deren Namen niemand kannte und deren Tod niemand gewollt hatte au er dem Wahnsinn des Systems, das sie hineingetrieben hatte. In vierzehn Sprachen ubersetzt, als Horspiel, Theaterstuck und Fernsehfilm adaptiert, ist "e;Stalingrad"e; eines der wenigen deutschen Bucher des 20. Jahrhunderts, das seinen Rang uber die Jahrzehnte unangefochten behalten hat.