Das Ende eines Fur-immersVon der Sichtbarmachung weiblicher Unsichtbarkeit und den Momenten der Selbstfindung zwischen den Verlusten Lina und Lois sind schon ewig verheiratet. Ein Status quo, der so sicher schien. Doch dann halt Lois das monotone Filmband ihrer gemeinsamen Lebens ohne Vorwarnung an. Er mochte die Scheidung. Lina steht vor einem ungewollten Neuanfang, einem Prozess der Auflosung, der alle Bereiche ihres Daseins umfasst. Sie ist auf sich allein gestellt und merkt, dass die Gesellschaft kaum Lebensentwurfe fur "e;Frauen wie sie"e; bereithalt: Der Korper tragt die Spuren der Zeit, Freundschaften verdursten, die Verluste haufen sich im Gro en wie im Kleinen, auch Linas Selbstbild lost sich in den Wirren radikaler Veranderungen auf. Neuanfang mit 60 und jetzt?Wie unter diesen Umstanden wieder Vertrauen finden, sich neuen Aufgaben stellen und die Liebe wagen? Die neue Wohnung ist kalt, die Enkelkinder sehen Geister, wo einmal mehr war, Hobbys aus vergangenen Tagen wirken heute unpassend. Lina wei nicht, wohin mit sich selbst. Aber eines wei sie: Irgendwo liegen ihre Starken. Sie muss sich nur daran erinnern und Mut im Unzumutbaren fassen. Denn wie viel bleibt ubrig, wenn man sich vor jeder aufreibenden, schweren und schonen Emotion abschottet? Wer kann ich sein, wenn die Abhangigkeiten und nicht frei gewahlten Selbstbilder wegfallen? "e;Das Jahr der Verluste"e; erzahlt in seiner Reduktion von der Kraft stiller Augenblicke, wenn ein ganzes Leben neu beginnen muss. In einem grandiosen Comeback-Roman widmet sich Irene Prugger den realen Herausforderungen, die unsere Gesellschaft Frauen Muttern auferlegt. Das gro e Drama in "e;Das Jahr der Verluste"e; bleibt aus: In zuerst leisen, aber zusehends selbstbewussteren Akten der Emanzipation findet die Protagonistin zu sich selbst zuruck.