Die Beitrage dieser Ausgabe entfalten ein vielstim-miges Panorama literarischer Perspektiven auf Mutter und Vater. In ihnen spiegeln sich enge Verhaltnis-se, im Positiven wie im Negativen. 29 Autor:innen erzahlen von komplexen Familienkonstellationen und den feinen wie schmerzhaften Verastelungen familia-rer Bindungen, von Abhangigkeiten und Emanzipationen, von Beistand, Verlust und der Ambivalenz elterlicher Liebe. Sie erkunden Machtverhaltnisse zwischen den Geschlech-tern ebenso wie die Veranderungen traditioneller Familien-bilder und die Entstehung neuer Geschlechterordnungen. Literatur vermag, was gesellschaftliche Debatten oft nur unzureichend leisten: Sie verweigert einfache Antwor ten. Statt Gewissheiten zu liefern, eroffnet sie Raume der Erfahrung, macht Widerspruche sichtbar und lasst Stimmen horbar werden, die sich eindeutigen Zuschreibungen entzie hen. Gerade in der Familie diesem vermeintlich vertrau testen aller Orte zeigt sich, wie eng personliche Biografien mit sozialen Entwicklungen verwoben sind. Literarische Texte, die von Muttern und Vatern, aber auch vom Kindsein handeln, sind immer auch Erzahlungen daruber, wer wir sind und wie wir miteinander leben wollen. Mit Texten von: Onur Kemal Bazarkaya | Piotr Biegasiewicz | Hans Georg Bulla | Wolfgang Butt | Alexander Diener | Fahimeh Farsaie | Jana Franke | Sylvia Geist| Dincer Gucyeter | Trung Hoang Le | Nicole Kranzl | Bjorn Kuhligk | Kristian E. Kuhn | Anton G. Leitner | Denis Lynnik | Cordula Meffert | Sofie Morin | Olga Orlova | Jana Petersen | Petra Richter | Giancarlo Scaligina | Sylvie Schenk | Bettina Scherff | Thomas Schneider | Antonia Spohr | Janna Steenfatt | Henry Walger | Nicole Weis | Peter ZemlaAkzente. Zeitschrift fur Literatur ISSN 3052-279X