Beppo Beyerl erkundet ein Jahrzehnt, das Wien grundlegend verandert hat. Mit wachem Blick und einem feinen Gespur fur soziale Zwischentone entfaltet er ein vielschichtiges Panorama des Alltags in den Sechzigerjahren: von engen Bassenawohnungen und neu entstehenden Plattensiedlungen uber patriarchale Familienstrukturen, strenge Schulen und die gemachliche Arbeitswelt der Buros und Baustellen. Er schildert, wie Fernseher, Radios und Musikboxen das kulturelle Leben revolutionierten, wie sich die Jugend zwischen Gstettn, Camera Club und Minirock ihre Freiraume eroberte und wie Zuwanderer aus Jugoslawien und der Turkei das stadtische Leben bereicherten. Personliche Erinnerungen verbinden sich mit historischer Analyse zu einem lebendigen Portrat einer Ara, in der Wien moderner und komplexer wurde ohne dabei seinen Charme zu verlieren.