Sökningen "Ruinen E. Walter Hülphers" gav inga träffar.
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Als 1962 das Boot einer jungen amerikanischen Schauspielerin in Porto Vergogna anlegt, scheinen Pasquales kühnste Träume wahr zu werden. Eine echte Schauspielerin in seinem verschlafenen Fischerdorf, in der Pension, die er von seinem Vater übernommen hat. Dee Moray kommt direkt von Dreharbeiten – angeblich, um sich von einer Krankheit zu erholen – und bringt nicht nur Glamour, sondern auch den sturzbetrunkenen Hollywood-Star Richard Burton mit nach Ligurien. Als sie abreist, ist Pasquales Herz gebrochen. Fünfzig Jahre später überquert er den Atlantik und macht sich gemeinsam mit einem berühmten Filmproduzenten, dessen resignierter Assistentin und einem gescheiterten Schriftsteller auf die Suche nach seiner einstigen großen Liebe.
»Was war der Vielvölkerstaat Sowjetunion, der immerhin sieben Jahrzehnte lang das Leben von über zweihundert Millionen Menschen bestimmte? Wie funktionierte das Miteinander der multiethnischen Gemeinschaften, die in einer Vielzahl von sowjetischen Städten über Jahrzehnte bestanden? Anders gefragt, wie gelang es den Menschen, nach den Exzessen der Gewalt – Revolution, Bürgerkrieg, Terror, Zweiter Weltkrieg – einander wieder in die Augen zu schauen und neues Vertrauen zu fassen? Oder waren die gemeinsam verlebten Jahrzehnte nach Stalins Tod nichts weiter als ein Ausharren, ein Warten auf das ›Ende der Geschichte‹?« Die Suche nach Antworten auf diese Fragen führte Walter Sperling in dieser mitreißend erzählten Alltagsgeschichte an den Rand der ehemaligen Sowjetunion, nach Grosny. Dort bündelt sich wie in einem Brennglas das Kräftespiel von Widerstand und Integration, im Ringen des russischen Imperiums und der Peripherie, der Kolonisatoren und Kolonisierten. Erst Garnisonsort, dann Boomtown des Erdöls, nach der Oktoberrevolution Baustelle des Sozialismus, wenig später Frontstadt im Visier der deutschen Wehrmacht. Nach der Deportation der Tschetschenen und Inguschen 1944 und deren Rückkehr 1957 hörte man lange nichts mehr von dem beschaulichen Städtchen im Kaukasus, das beharrlich um seinen sozialen Frieden rang. Bis zum ersten russischen Tschetschenienkrieg, als Grosny erneut in Ruinen endete. Die Eskalation und die Radikalisierung zeichnet Walter Sperling nach. Vor allem aber macht er die Bemühungen sichtbar, Brücken zu schlagen und zu vermitteln, weil die Eliten der multiethnischen und multireligiösen Peripherie wussten, was der Preis von Entfesselung ist.