Spanien und die Sepharden
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Der Band vereinigt die Kongressakten des gleichnamigen Kongresses, der im Mai 1998 in Münster stattfand. Die Schwerpunkte des Bandes bilden das politische Denken des französischen und italienischen Judentums einerseits und der Konflikt zwischen laizistischer und religiöser Orientierung im Staate Israel andererseits. Ausführlich erörtert wird sowohl der Wandel im Selbstverständnis des Diasporajudentums als auch die historische und aktuelle Deutung des Zionismus. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Gerschom Scholems Hoffnung, dass aus der Entscheidung für Staatlichkeit und Geschichtlichkeit eine Erneuerung des Judentums folgen werde, für die Zukunft Gültigkeit bewahrt.
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Während des Zweiten Weltkriegs lebten etwa 4.500 Juden spanischer Staatsangehörigkeit im deutschen Machtbereich. Bis 1942 waren sie wie andere ausländische Juden von den Deportationen in die Todeslager ausgenommen. Himmler und Eichmann drängten aber darauf, auch Ausländer zu deportieren. Aus außenpolitischen Rücksichtnahmen setzte das Auswärtige Amt in Berlin durch, daß zehn neutralen und verbündeten Staaten 1942/43 die Möglichkeit zur Repatriierung ihrer Juden gegeben wurde. Die Arbeit, für die erstmals alle relevanten spanischen und deutschen Quellen sowie Archive in Israel, Frankreich, den Niederlanden und den USA ausgewertet wurden, schildert detailliert die zögerliche spanische Reaktion und vergleicht sie mit der anderer neutraler Regierungen. Auf deutscher Seite steht im Mittelpunkt das Auswärtige Amt, das in dieser Frage nicht dem Reichssicherheitshauptamt untergeordnet war. Die Gewährung von Schutzpässen für Juden in Budapest Ende 1944 ist ein weiteres Thema. Schließlich setzt sich das Buch auch mit Madrids Nachkriegspropaganda, das Land habe nicht nur Juden mit spanischen Pässen, sondern allen sephardischen Juden Hilfe gewährt, kritisch auseinander. Die Arbeit zeigt, daß es auch in der Hochphase des Holocaust 1943/44 für die Entscheidungsträger auf beiden Seiten noch Spielräume gab, die zur Rettung von Juden hätten genutzt werden können. Warum dies auch von spanischer Seite nur teilweise geschah, wird kritisch hinterfragt. Damit ist das Buch auch ein Beitrag zur allgemeinen Geschichte des Holocaust.
Estudios Sobre El Antisemitismo En España (Siglos XVI--XX)
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Welche Entwicklung erfuhr der Antisemitismus in Spanien, als nach dem Vertreibungsedikt (1492) das Land nicht länger ein Ort der Koexistenz verschiedener ethnischer Gruppen war? Dies war das zentrale Thema eines Kolloquiums in Konstanz (Mai 2000), dessen Ergebnisse hier vorgestellt werden. An dem Kolloquium nahmen Anthropologen, Historiker und Literaturwissenschaftler teil. Diese interdisziplinäre Annäherung konzentrierte sich auf die Faktoren, Räume, Zahlen und Stimmen, die in den antijüdischen (und damit antisemitischen) Diskurs involviert waren, sowohl in ihrem historischen Kontext als auch in ihrer literarischen Darstellung. Bei dem letzten Thema ist dem apologetischen Aspekt ebensoviel Aufmerksamkeit gewidmet worden wie dem kritischen.
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Die Akten des gleichnamigen Kongresses vereinigen Beiträge vor allem zur französisch-jüdischen Autobiographie der letzten Jahrzehnte. Aber auch die einschlägige deutsch- und englischsprachige Literatur wird berücksichtigt. Drei italienische Autoren von Autobiographien kommen ebenfalls zu Wort und nehmen zu ihrem Werk Stellung. Die theoretische Reflexion, die die Analyse einzelner Werke begleitet oder auch selbständig durchgeführt wird, betrifft einerseits das Verhältnis von Autobiographie und 'Autofiktion', und andererseits die grundsätzliche Frage, was es heißt, von 'jüdischen Autobiographien' zu reden.
Literarische Und Mediale Formen Des Erinnerns in Raum Und Zeit
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Die Studie untersucht anhand literarischer und filmischer Werke der Shoah Zeit- und Raumkonstruktionen in ihrer spezifischen Inszenierung mit Fokus auf den französischsprachigen Raum. Durch die systematische Analyse wird anhand der Gegenüberstellung von narrativ-literarischen und narrativ-kinematographischen Erzählverfahren eine Differenzierung und Definition der Raumarten und Erinnerungsebenen vorgenommen. Daraus resultiert eine komprimierte Darstellung der verschiedenen zusammenspielenden Faktoren innerhalb des Erinnerungsprozesses in Literatur und Film. Untersucht werden die unterschiedlichen Erzähl- und Darstellungstechniken des Erinnerns in Raum und Zeit, (Schreib-)Ort und -Zeitpunkt des Erzählenden, die Motivation des sich Erinnernden und die Thematisierung und Interpretation von unterschiedlichen Orten. Das Werkcorpus konzentriert sich vornehmlich auf folgende Werke: Charlotte Delbos Trilogie Auschwitz et après (1970/71), Soazig Aarons fiktive Tagebucherzählung Le non de Klara (2002), Romain Garys Roman La Danse de Gengis Cohn (1967), Alain Resnais' Dokumentation Nuit et Brouillard (1956) und Liliana Cavanis Spielfilm Il portiere di notte (1973).