Was genau "e;Drogen"e; sind, ist nur scheinbar selbstverstandlich. Der Begriff bekommt seine moderne Bedeutung erst, als sich im fruhen 20. Jahrhundert ein grundlegend neues Verstandnis psychoaktiver Substanzen durchsetzt und sie zum existenziellen Problem umdeutet. Der Gebrauch sogenannter "e;Rauschgifte"e; wird plotzlich lautstark stigmatisiert, pathologisiert und kriminalisiert. Der bis heute herrschende Drogendiskurs nimmt Gestalt an. Robert Feustel rekonstruiert die Geschichte dieser Problematisierung entlang der drei Dimensionen Substanz, Subjekt und Gesellschaft. Dies legt eine Ordnung des Wissens frei, die Drogen vorrangig mit Wahn, Kontrollverlust und Abhangigkeit verknupft. Deutlich wird: Vermeintliche Gewissheiten sind sozial hergestellt und streitbar. Das Buch pladiert fur einen nuchternen Blick und eine differenzierte Sprache, ohne Risiken zu leugnen. Dies offnet Raume fur sachliche Debatten und neue Perspektiven, jenseits von Verherrlichung und Alarmismus.