Karl-Eduard von Schnitzler (1918-2001) war als Autor und Moderator der Agitationssendung Der Schwarze Kanal eine der am meisten verachteten Gallionsfiguren des SED-Staates. So widmete beispielsweise Wolf Biermann ihm neben Egon Krenz und Erich Mielke eine eigene Strophe in seiner "e;Ballade von den verdorbenen Greisen"e;.(deg)(deg)Von Schnitzlers Biografie zeigt jedoch auch bemerkenswerte Schattierungen und Widerspruche - am auffalligsten sicherlich der Gegensatz zwischen dem oftmals geradezu geiferndem Eintreten fur den "e;realen Sozialismus"e; und seinem groburgerlichen, dem "e;kapitalistischen"e; Konsum durchaus aufgeschlossenen Lebensstil.(deg)(deg)Gunter Holzweiig, Autor zahlreicher Veroffentlichungen uber die DDR und bester Kenner des DDR-Medienwesens, geht in seiner biografischen Skizze den Lebensstationen Schnitzlers nach. Er zeichnet das facettenreiche Bild eines Agitators, der von seiner Eitelkeit und einem kaum stillbaren Geltungshunger mindestens ebenso getrieben wurde wie von seinen Uberzeugungen.(deg)(deg)