Alexander Wierzock – författare
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Das Ende des Ersten Weltkriegs, der Untergang der Monarchien und die Revolution bedeuteten nicht nur den Zusammenbruch von Recht und Ordnung: Die Zäsur von 1918/19 war im mitteleuropäischen Kontext auch ein symbolischer Kollaps der überlieferten Ordnungsbegriffe und Sinngebungen, der zur Neuorientierung herausforderte. Es war die Forderung der Stunde, den Menschen auszurüsten für eine veränderte Wirklichkeit – und zwar in physischer, psychischer und moralischer Hinsicht. In Kunst und Literatur wie auch in Wissenschaft und Politik – auf ganz unterschiedlichen Gebieten also – begann eine Suchbewegung nach dem Neuen Menschen. Als Kreuzungspunkt konkurrierender Imaginationen avancierte er zum Zentraltopos des Auf- und Umbruchs in Gesellschaft und Politik. Die Spannbreite reicht dabei von Ideen der politischen Romantik, des Pazifismus, der sozialreformerischen Biopolitik und dem Rätekommunismus bis hin zum Liberalismus. Die Autorinnen und Autoren zeigen mit ihren Beiträgen, wie heterogen die Vorstellungen waren, die um diese Menschenerneuerung kreisten, fragen nach ihrer Bedeutung für die Revolutionen in Mitteleuropa von 1918/19 und loten neue Forschungsperspektiven aus.
Häftad, Tyska, 2026
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Zur Rolle außerakademischer Räume im Aufbau der Kultur- und Sozialwissenschaften im frühen 20. Jahrhundert – Forschungsheime, Reforminstitute und Denkzirkel als alternative Wissensinfrastrukturen.Wie lässt sich die Geschichte der Kultur- und Sozialwissenschaften schreiben, wenn man den Blick über die Universitäten hinaus weitet? In diesem Band wird nach außeruniversitären Räumen der Wissensproduktion gefragt, die in der Weimarer Republik Konjunktur hatten: Forschungskollegs, Reforminstitute, Genossenschaften, Stiftungen, Erkenntniskollektive und Lebensschulen. In exemplarischen Fallstudien werden diese Infrastrukturen, ihre Akteur:innen und soziokulturellen Einhegungen untersucht. Die Genese dieser Wissensräume reicht von der Kulturkritik der Zwischenkriegszeit bis zu kooperativen Praxisformen, von apodiktischen Neuanfängen im Kontext des Umbruchs von 1918/19 bis zu institutionellen Experimenten an der Schnittstelle zu Kunst- und Lebensreform. Somit erschließt sich ein bislang wenig kartiertes Feld der Wissenschafts- und Ideengeschichte und bietet sich ein anregender Fundus für alle, die sich für die pluralen Entstehungskontexte kultur- und sozialwissenschaftlicher Denkraumschöpfungen interessieren – jenseits disziplinärer Linien und universitärer Mauern.