Einwanderung hinterlässt ihre Spuren in der Struktur der Bevölkerung: Die sich daraus ergebende gesellschaftliche Heterogenität – die Vielfalt an Sprachen, Religionen und Kulturen – stellt auch die Sozialwissenschaften immer wieder vor neue Herausforderungen. Der Band nähert sich den Themen Migration und Integration aus interdisziplinärer Perspektive. Die Beiträge aus Politologie, Soziologie, Pädagogik und Linguistik gruppieren sich um die zentralen sozialwissenschaftlichen Kategorien Biografie, Sprache und Bildung.Die elf Autor(inn)en dieses Bandes präsentieren Ergebnisse qualitativer und quantitativer Studien, von denen sich zahlreiche auf eigene empirische Erhebungen stützen. Andere Beiträge systematisieren bereits vorliegende empirische Untersuchungen und gehen sekundäranalytisch vor. Die Perspektiven der Akteurinnen und Akteure werden in den Aufsätzen ebenso berücksichtigt wie die Rahmenbedingungen, die zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen.
Integration ist nicht nur durch Angleichung, sondern auch durch Nutzung von Unterschieden möglich. Dies zeigen sechs auf biographische Interviews, literarische Texte und teilnehmende Beobachtung gestützte Fallstudien. Almut Zwengel untersucht exemplarisch die Lage junger Erwachsener nordafrikanischer Herkunft im Pariser Raum. Sie präsentiert dabei Alltagssituationen, die zum Teil stark mit Medienberichten über die französischen banlieues kontrastieren. Fazit der Arbeit ist, dass Integration gelingen kann, obwohl bzw. weil Migranten fremdländisch sind. Methodisch werden sprachwissenschaftliche Auswertungsverfahren einbezogen. So wird beispielsweise nach der Verwendung von Pronomen, nach der Zeitstruktur und nach Varietäten gefragt. Dieses Vorgehen erweist sich als ausgesprochen ergiebig und ist anregend für die Weiterentwicklung qualitativer Forschungsmethoden.