Astrid Mignon Kirchhof – författare
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Am 1. Oktober 1894 nahmen die ersten evangelischen Bahnhofsmissionarinnen am Berliner Bahnhof Friedrichstrae ihre Arbeit auf und leisteten Orientierungshilfe fur die massenhaft Stellung suchenden Frauen, die in die deutsche Hauptstadt einwanderten. In die stadtische Offentlichkeit traten Frauen jedoch nicht nur durch ihr wohlfahrtspolitisches Wirken an den Berliner Fernbahnhofen, sondern auch durch ihr Engagement im Tragerverein der Bahnhofsmission, dem Verein zur Fursorge fur die weibliche Jugend, als auch im Dachverband der sich langsam entwickelnden Evangelischen Deutschen Bahnhofsmission. Damit gelang es ihnen, uber viele Jahrzehnte auf verschiedene Weise und mit unterschiedlichem Einflusspotenzial offentliche Raume wenn auch begrenzt zu konstituieren und zu erhalten. Astrid Kirchhof zeigt, dass ein bis weit in das 20. Jahrhundert hinein wirkendes Konstrukt, das die Gesellschaft in eine vermeintlich klar getrennte private und offentliche Sphare trennt und Frauen sowie Manner je einem Bereich zuordnet, wenig tauglich ist, die sozialen Beziehungen zwischen den Geschlechtern und die historische Wirklichkeit von Frauen angemessen zu analysieren.
Inbunden, Tyska, 2026
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In dieser Studie untersucht Astrid Mignon Kirchhof das Verhaltnis von Mensch und Natur im Sozialismus - spezifisch in der DDR - anhand naturethischer Konzepte uber 'gute' Lebensfuhrung. Dabei wird der Antagonismus zwischen dem Technikfetischismus der SED und einer aus dem 19. Jahrhundert stammenden Technik- und Modernisierungskritik der Naturschutzer:innen analysiert. Wahrend die SED der Natur einen okonomischen und politischen Nutzwert zuschrieb, lehnten es in dieser Studie als 'gegenweltlich' definierte Naturschutzer:innen zunehmend ab, die Natur als Gebrauchsobjekt zu betrachten, und sprachen ihr einen intrinsischen Wert zu. Durch diesen Gegensatz anthropozentrischer und physiozentrischer Sichtweisen ergab sich die Unvereinbarkeit naturethischer Konzepte einer 'guten' Lebensfuhrung. Die Naturschutzer:innen zogen sich ab den 60er Jahren zwar in gegenweltliche Spharen zuruck, verloren indes nicht den Glauben an den Sozialismus als die fur den Naturschutz geeignetere Weltanschauung im Vergleich zum Kapitalismus. Die Forderungen der gegenweltlichen Anhanger:innen wurden von einzelnen Personen durch Ideentransfer in die erstarkende DDR-Umweltbewegung der 1980er-Jahre vermittelt, sodass Projekte entstanden, die die DDR uberlebten. Eine Natursicht, wie sie von einer Randgruppe der DDR-Burger:innen vertreten wurde, hat in vielen Landern als ein nach wie vor gultiges Ideal vom 'guten Leben' im Einklang mit der Natur uberlebt und wird heute mit Teilen der sozialistischen Idee im sogenannten Okosozialismus erneut zusammengedacht.