Der Sammelband Pop-Korn und Blut-Maniok befasst sich mit sozialanthropologischen Konzeptualisierungen von (Macht-)Verhältnissen zwischen den Geschlechtern. Auf der Grundlage ethnographisch-ethnologischer Untersuchungen so unterschiedlicher Gesellschaften wie den Hochkulturen Mexikos, indigenen Gruppen des Amazonastieflands sowie indigenen Gruppen des gegenwärtigen Mexiko und Guatemala wird den aus der marxistisch-feministischen Anthropologie stammenden Konzepten der Geschlechteregalität, der Geschlechterkomplementarität und der Geschlechterparallelität nachgegangen und ein Bezug zum feministischen Differenzansatz hergestellt. Das Buch leistet durch den Fokus auf die unterschiedlichen Problemfelder, die eine verstärkte Kontextualisierung anthropologischer Konzepte mit sich bringt, einen Beitrag zur Grundlagendiskussion um den Begriff der Macht.
Sexualisierte Übergriffe sind seit jeher Bestandteil von personalisierter und organisierter Gewalt – sei es in zivilen Kontexten, in gewaltoffenen Räumen oder in kriegerischen Auseinandersetzungen. Zeitgenössische Ausprägungen von Gewalt und Konflikt zeichnen sich jedoch immer häufiger durch besondere geschlechtsbezogene Grausamkeit aus und werfen die Frage auf, ob diese Formen von Verletzung, Folter und Verstümmelung neue Spielarten von Gewalt darstellen. Ist der Zusammenhang von Gewalt und Geschlecht mit herkömmlichen Begriffen und Theoremen der Gewaltforschung angemessen fassbar oder gar erklärbar? Die internationale Gewaltforschung hat dem Thema Geschlecht bislang nur marginalen Raum zugestanden. Der Sammelband möchte einen Beitrag dazu leisten, dieser wissenschaftlichen Leerstelle entgegenzuwirken und letztlich zu hinterfragen, ob das Phänomen Gewalt ohne Bezug auf die Kategorie Geschlecht sinnvoll diskutiert werden kann.