Schreiben, aber auch Lesen werden in diesem Band als Formen asthetischen Arbeitens erortert. Die wechselseitige Abhangigkeit sowie die symbiotische Beziehung der beiden schriftorientierten Tatigkeiten wird anhand des theoretischen Diskurses aufgezeigt, grundlegend hierfur sind die literaturtheoretischen Schriften Roland Barthes'. Den anschliessenden praktischen Studien liegt Franz Kafkas "Das Urteil" zugrunde. Es geht um elaboriertes literarisches Lernen, das moglich wird, wenn Schreiben und Lesen als Arbeit auf- und nicht als Spiel abgewertet werden.
Aktuelle Fernsehserien – besonders jene aus dem Kontext des "Quality TV" - verbinden die entschleunigte Form literarischen Erzählens mit der kinetischen Wucht des Kinos und einer komplexen psychologischen Sicht auf ambivalente Charaktere. Auf diese Weise leisten sie für die Gegenwart, was die großen Romane und Romanzyklen von Balzac, Dickens oder Zola für das 19. Jahrhundert geleistet haben. Siebzehn Beiträge von Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern über unterschiedliche Serien demonstrieren die mediale Vielfalt des Mediums und verdeutlichen, welchen Beitrag ein philologischer Ansatz zur Betrachtung von (Fernseh-)Serien leisten kann. Die Bandbreite reicht hier von den "Gilmore Girls" bis zu "Babylon Berlin", von "The Sopranos" bis zu "Boardwalk Empire" und nicht zuletzt "Star Trek: Discovery".