Vom wilhelminischen Kaiserreich bis in die späte alte Bundesrepublik warb ein Netzwerk von Bewegungen für eine Reform des Lebens, eine Lebensreform. Die Wortführer dieser Gruppen wollten möglichst viele Menschen dazu bringen, anders, vitaler, ökologischer zu leben als bisher.Im Zentrum der Lebensreformbewegung, wie sich das Netzwerk bald nannte, standen um die Jahrhundertwende die Vegetarier- und Naturheilvereine. Von den zwanziger Jahren an wurden die Genossenschaften und Verbände der Reformhäuser und Reformwarenhersteller wichtiger. Die Reformbranche bot jene Produkte an, mit denen sich ein gesünderes Leben führen ließ, vor allem Nahrung und Körperpflegemittel. Kundenzeitschriften vermittelten das dazugehörige Wissen. Im späten 20. Jahrhundert wuchs der Markt für Gesundheitsprodukte und Gesundheitsliteratur ins Unermeßliche. Die Lebensreform wurde zu einem Anbieter von vielen und verblaßte.Vom Aufkommen der Bewegung bis zu ihrer allmählichen Auflösung waren die Idee und die Vermarktung gesünderen Lebens von der deutschen Gesellschaft beeinflußt, von den jeweiligen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnissen. Umgekehrt veränderten aber auch die Lebensreformer die Gesellschaft. Die Untersuchung beschreibt und deutet diese Wechselbeziehung.
Hunderttausende Deutsche leben vegan: Sie trinken keine Kuhmilch mehr und essen weder Butter noch Eier. Viele verzichten sogar komplett auf Tierprodukte. Der Veganismus ist derzeit einer der wichtigsten Ernährungs-Trends. Aber er ist nicht neu. Schon im 19. Jahrhundert gab es Leute, die sich aus gesundheitlichen und ethischen Gründen rein pflanzlich ernährten. Sie versuchten, möglichst viele von ihrer Lebensweise zu überzeugen, zum Wohl der Tiere und der Menschheit. Bald entstanden Ersatzprodukte: Milch aus Nüssen, Streichfett aus Pflanzenölen, Decken ohne Daunen. Das Wort "Veganismus" gab es damals noch nicht. Die frühen Veganer nannten sich "strenge Vegetarier" und wurden von anderen als "Gemüseheilige" belächelt. 1944, noch mitten im Zweiten Weltkrieg, erfand dann ein Grüppchen in England das Wort "vegan". Es dauerte Jahrzehnte, bis der Begriff im Deutschen geläufig wurde. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Veganer auch in der Bundesrepublik. Seit ein paar Jahren ist veganes Leben in manchen Großstadt-Vierteln ein regelrechter Hype.Der Band erzählt erstmals die lange Geschichte des Veganismus in Deutschland. Für alle, die Tierprodukte ganz oder teilweise meiden und mehr über ihre Vorgänger wissen wollen. Und für alle, die die vielen Veganer um sich herum besser verstehen wollen.
Der Band enthält die Ergebnisse eines Kolloquiums, das vom 7. bis zum 9. November 2003 in Frankfurt am Main veranstaltet wurde. In zehn Beiträgen werden vermeintliche oder tatsächliche Revolutionen der neueren deutschen Geschichte aus einer geistes- und kulturgeschichtlichen Perspektive beleuchtet. Überwiegend Vertreter einer jüngeren Historikergeneration, werfen die Autoren einen «frischen» Blick auf die revolutionären und «revolutionären» Ereignisse von 1848/49, 1918/19, 1933, 1953, 1968 und 1989/90 sowie die «bürokratische Revolution» des europäischen Integrationsprozesses.
Vom wilhelminischen Kaiserreich bis in die späte alte Bundesrepublik warb ein Netzwerk von Bewegungen für eine Reform des Lebens, eine Lebensreform. Die Wortführer dieser Gruppen wollten möglichst viele Menschen dazu bringen, anders, vitaler, ökologischer zu leben als bisher.Im Zentrum der Lebensreformbewegung, wie sich das Netzwerk bald nannte, standen um die Jahrhundertwende die Vegetarier- und Naturheilvereine. Von den zwanziger Jahren an wurden die Genossenschaften und Verbände der Reformhäuser und Reformwarenhersteller wichtiger. Die Reformbranche bot jene Produkte an, mit denen sich ein gesünderes Leben führen ließ, vor allem Nahrung und Körperpflegemittel. Kundenzeitschriften vermittelten das dazugehörige Wissen. Im späten 20. Jahrhundert wuchs der Markt für Gesundheitsprodukte und Gesundheitsliteratur ins Unermeßliche. Die Lebensreform wurde zu einem Anbieter von vielen und verblaßte.Vom Aufkommen der Bewegung bis zu ihrer allmählichen Auflösung waren die Idee und die Vermarktung gesünderen Lebens von der deutschen Gesellschaft beeinflußt, von den jeweiligen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnissen. Umgekehrt veränderten aber auch die Lebensreformer die Gesellschaft. Die Untersuchung beschreibt und deutet diese Wechselbeziehung.
Hunderttausende Deutsche leben vegan: Sie trinken keine Kuhmilch mehr und essen weder Butter noch Eier. Viele verzichten sogar komplett auf Tierprodukte. Der Veganismus ist derzeit einer der wichtigsten Ernährungs-Trends. Aber er ist nicht neu. Schon im 19. Jahrhundert gab es Leute, die sich aus gesundheitlichen und ethischen Gründen rein pflanzlich ernährten. Sie versuchten, möglichst viele von ihrer Lebensweise zu überzeugen, zum Wohl der Tiere und der Menschheit. Bald entstanden Ersatzprodukte: Milch aus Nüssen, Streichfett aus Pflanzenölen, Decken ohne Daunen. Das Wort "Veganismus" gab es damals noch nicht. Die frühen Veganer nannten sich "strenge Vegetarier" und wurden von anderen als "Gemüseheilige" belächelt. 1944, noch mitten im Zweiten Weltkrieg, erfand dann ein Grüppchen in England das Wort "vegan". Es dauerte Jahrzehnte, bis der Begriff im Deutschen geläufig wurde. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Veganer auch in der Bundesrepublik. Seit ein paar Jahren ist veganes Leben in manchen Großstadt-Vierteln ein regelrechter Hype.Der Band erzählt erstmals die lange Geschichte des Veganismus in Deutschland. Für alle, die Tierprodukte ganz oder teilweise meiden und mehr über ihre Vorgänger wissen wollen. Und für alle, die die vielen Veganer um sich herum besser verstehen wollen.
Der Band enthält die Ergebnisse eines Kolloquiums, das vom 7. bis zum 9. November 2003 in Frankfurt am Main veranstaltet wurde. In zehn Beiträgen werden vermeintliche oder tatsächliche Revolutionen der neueren deutschen Geschichte aus einer geistes- und kulturgeschichtlichen Perspektive beleuchtet. Überwiegend Vertreter einer jüngeren Historikergeneration, werfen die Autoren einen «frischen» Blick auf die revolutionären und «revolutionären» Ereignisse von 1848/49, 1918/19, 1933, 1953, 1968 und 1989/90 sowie die «bürokratische Revolution» des europäischen Integrationsprozesses.