Das Leben des Heidelberger Historikers Karl Hampe (18691936) kann in vielem als exemplarisch bezeichnet werden. Er stammte aus einer bildungsbürgerlichen Familie, genoss eine humanistische Erziehung und tat sich seit früher Jugend als Musterschüler hervor. Im jungen Kaiserreich sozialisiert, wandte er sich als junger Wissenschaftler dem Mittelalter zu und glaubte, als Herausgeber deutscher Geschichtsquellen eine nationale Aufgabe zu erfüllen. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er während des Ersten Weltkriegs durch seine Schriften zur "belgischen Frage", danach durch mehrere Gesamtdarstellungen zur mittelalterlichen Geschichte bekannt. Wahrscheinlich war er seinerzeit der prominenteste deutsche Mediävist.
Asien und Europa standen immer in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander. Galt der Osten als das irdische Paradies, als Quelle des Lichts und Ursprung allen Reichtums, erwartete Europa von dort zugleich das Ende der Geschichte. Vieles sprach dafür, im asiatischen Kontinent nicht nur eine weitere und größere Welt, sondern auch eine faszinierende, fordernde, anziehende, erschreckende Gegenwelt zu erblicken. In 22 Aufsätzen untersucht Folker Reichert ebenso facettenreich wie umfassend die vielfältigen Beziehungen, die Europa und Asien im Mittelalter miteinander unterhielten.