Wie funktioniert Psychotherapie? Auf diese zentrale Frage gibt wohl jede Therapierichtung eine andere Antwort. Optimisten glauben, dass menschliches Verhalten grundsätzlich verstanden werden kann und psychische Probleme bei Kenntnis ihrer Ursachen durch handwerklich korrekte Therapien behoben werden können. Das bezweifeln die pessimistischen, die den Menschen für grundsätzlich nicht verstehbar halten. Vielfältige Umwelteinflüsse, ein freier Wille, das Chaos der Gefühle und eine sich immer schneller verändernde Welt würden dazu führen, dass man letztlich gar nichts wissen könne. Vor diesem Hintergrund erscheint Psychotherapie als schwer erlernbare Kunst. Wie häufig liegt die Wahrheit wohl in der Mitte. Weder sind Menschen triviale Maschinen, noch ist ihr Verhalten gar nicht verstehbar. Die vorliegende Einführung in die Chaosforschung für Psychotherapeutinnen und -therapeuten bietet eine wissenschaftlich fundierte Antwort auf die Frage nach der organisierten Komplexität menschlichen Verhaltens. Psychotherapie auf der Grundlage der modernen Komplexitätsforschung akzeptiert die Nichtvorhersagbarkeit menschlichen Verhaltens, aber steht ihr nicht hilflos gegenüber.
Eine Behauptung zieht sich wie ein roter Faden durch die Karriereforschung: Karrieren werden immer komplexer. Einige Forscher betrauern bereits den Tod der Karriere. Die in diesem Buch dargestellten Analysen zeigen aber, dass die Zahl der Arbeitsplatzwechsel in den letzten 30 Jahren gar nicht zugenommen hat. Gibt es die viel beschworene Komplexität in neuen Karrieren gar nicht? Dass Karrieren in den letzten 30 Jahren tatsächlich komplexer geworden sind, wird erst sichtbar, wenn man genauer hinschaut. Erst mit den Methoden der Chaosforschung lässt sich zeigen, was bisher nur vermutet wurde. Karrieren werden zunehmend weniger planbar. Auch wenn die Zahl der Arbeitsplatzwechsel sich nicht wesentlich erhöht hat, sind die Unterbrechungen in der Karriere heute weniger vorhersehbar als früher.