Dieses Buch bringt eine umfassende Darstellung der Formen und Möglichkeiten des produktiven Umgangs mit Literatur im Unterricht: Es entwirft zunächst aufgrund literaturtheoretischer Überlegungen zum literarischen Text, Autor und Leser ein Grundmodell literarischen Verstehens. Aus ihm entwickelt es ein didaktisches Phasenmodell produktiven literarischen Textverstehens mit vier unterrichtlichen Verstehensphasen und einer spielhaften Vorphase. Ein umfangreicher Katalog ordnet 166 - erprobte wie auch neue - produktive Verfahren diesen unterrichtlichen Verstehensphasen dergestalt zu, dass jeder produktive Zugriff genau in seiner Funktion und Leistung für den Verstehensprozess der Schülerinnen und Schüler einschätzbar ist. Didaktische Überlegungen u.a. zum Verhältnis von produktiven und analytischen Verfahren, vor allem ausführliche methodische Handreichungen zum unterrichtlichen Umgang.
Diese Einführung in die Literaturwissenschaft führt in der Weise in die Literatur und die Wissenschaft von ihr ein, dass sie eigene praktische Erfahrungen im Umgang mit ihnen einrichtet und einübt: Sie ermöglicht - und das ist das Neue an ihr - aktive und produktive Erkundung der Literatur, ihrer Formen und Strukturen und deren Funktionen, Leistungen und Wirkungen, und das durch eigenes Arbeiten mit den wichtigeren literaturwissenschaftlichen Methoden von analytischen bis zu produktiven Verfahren. Sie will so konkrete Eigenerfahrungen mit Literatur und eine Grundkompetenz des Umgehens mit ihr vermitteln.Diese Einführung konzentriert sich auf die Kernbereiche der Literatur: die Lyrik, das Erzählen, das Drama, und sie erarbeitet die strukturellkonstitutiven Merkmale der einzelnen Gattungen gezielt in ihren systematischen Zusammenhängen. Sie behandelt vor allem die konventionellen Literaturformen, die die Werke unserer literarischen Tradition und noch viele der Gegenwart bestimmen, daneben aber stets auch moderne Formen, die heutige Lyrik, modernes Erzählen und das gegenwärtige Drama prägen.Das Buch ist so aufgebaut, dass es in den drei Teilen zur Lyrik, zum Erzählen, zum Drama jeweils fünf mit Hilfe von Arbeitsaufgaben organisierte Kapitel (insgesamt fünfzehn Kapitel mit 65 Arbeitsaufgaben) aufweist, wobei jedes Kapitel eine zwei- bis dreistündige Seminarsitzung füllt. Dabei können einzelne Kapitel auch weggelassen, können gestrafft, in der Arbeitsformverändert, z.T. mehr analytisch oder mehr produktiv realisiert werden, wofür in einem eigenen Abschnitt detaillierte Anregungen gegeben werden.Sodann kann mit dieser Einführung auch erfolgreich in der Schulegearbeitet werden, wo sie u.a. etwa ein Halbjahr eines Grundkurses oder die Hälfte des Halbjahrs eines Leistungskurses füllt.
Aus Besprechungen zur ersten Auflage:Günter Waldmann hat ein Buch vorgelegt, das sich als systematische Einführung in diesen unterrichtlich oft schwer zu vermittelnden Bereich der Literatur versteht und die Gattung Lyrik nicht von ihren abstrakten literarischen Formen, sondern von der aktiv-produktiven Rezeption des Lesers her erfahrbar werden lässt. Mit mehrfach erprobten Arbeitsanregungen versehen, bietet der Autor viele detaillierte Vorschläge für die einzelnen Klassenstufen(5. Klasse [5. Auflage: 3. Klasse] bis Leistungskurs), Hinweise, die auch für das Selbststudium und die Arbeit in Schreibseminaren und -workshops interessant sind. Auch wenn der Deutschlehrer vielleicht nicht alle 135 [5. Auflage: 170]Arbeitsaufgaben verwirklichen kann, so hat er mit diesem Buch doch ein didaktisch gut aufbereitetes Arbeitsmittel, mit dessen Hilfe den Schülern ein deutlich leichteres und dabei intensiveres literarisches Lernen, aber auch ein weitaus lustvollerer Umgang mit Lyrik als üblich ermöglicht wird. Das Gymnasium in Bayern Lust auf statt Frust durch Lyrik will Günter Waldmann mit seinem Konzept des produktiven Umgangs mit Gedichten schaffen: Einführung in Lyrik durch Dichten, durch Selbermachen. Einwände vom Standpunkt der Autonomie des Kunstwerks hat es gegen dieses Konzept schon massenhaft gegeben; und irreführend wäre es sicher, ein Eindenken und Weiterdenken in Literaturabschaffen zu wollen. Ich persönlich benutze den Waldmann nicht seiner sicherbedenkenswerten Konzeption (produktive literarische Differenzierung), sondernder vielen erprobten (teilweise aber recht anspruchsvollen!) Arbeitsvorschläge wegen. Umformungen, Erweiterung und Verkürzung, selbst schreiben mit vorgegebenem Material oder nach Mustern, z.B. nach Clustern, sind wichtige Bereiche. Ganz nebenbei erhält man noch eine interessante Einführung in die Lyrik, in Versformen, Metrum, Klangformen, Reim, Motiv, Bild. Die Unterrichtspraxis