Wer an die «Geburtsstunde» des Autors Gustave Flaubert denkt, denkt unwillkürlich an Madame Bovary von 1857. Doch schon 20 Jahre vor diesem magischen Datum entstehen erste literarische Texte, die allerdings lange Zeit nur ein philologisches Schattendasein fristen durften – wurden sie doch größtenteils als mehr oder minder geglückter Versuch einer literarisierten Pubertäts-Bewältigung angesehen. Diese Arbeit hat dagegen einige der Frühschriften auf ihre ästhetische Produktivität hin befragt, zum Teil mit überraschenden Ergebnissen. So kündet das Jugendwerk mancherorts bereits von jener Neuformierung der Flaubertschen Ästhetik, die den späteren Meisterwerken zugrunde liegt.
Guy de Maupassant hat zwar keine explizite Theorie über Bedeutung und Funktion literarischer Eigennamen erstellt, doch muß der Ansicht Louis Forestiers (Herausgeber der französischen kritischen Ausgabe bei Gallimard), Maupassant habe der Namengebung keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, entschieden widersprochen werden. Vielmehr beweisen sowohl die Analyse der Personennamen im Kontext der Novellen als auch das literarästhetische Programm dieses Schriftstellers, daß er dem Eigennamen als wichtigem textkonstituierendem Element einen festen Stellenwert in der künstlerischen Konzeption seiner Texte beimißt.