Der Sammelband wird von der Arbeitsgruppe Dekolonisierung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien/Gender Studies herausgegeben. Ziel des Bandes ist es, Debatten und Reflexionen zu Erfahrungen mit Dekolonisierungsprojekten in Lehre, Forschung und Institutionen festzuhalten und dekoloniale, rassismuskritische Visionen von Gender Studies zu teilen und zu fördern.
Der Sammelband wird von der Arbeitsgruppe Dekolonisierung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien/Gender Studies herausgegeben. Ziel des Bandes ist es, Debatten und Reflexionen zu Erfahrungen mit Dekolonisierungsprojekten in Lehre, Forschung und Institutionen festzuhalten und dekoloniale, rassismuskritische Visionen von Gender Studies zu teilen und zu fördern.
Bewerbungsgespräche stellen eine Schlüsselsituation dar, in der kommunikative Kompetenzen über den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen entscheiden. In diesem Kontext konzipiert die Gesprächsforschung kulturelle Diversität generell als Gefährdung der Kommunikation und damit des wechselseitigen Verstehens. Ilona Pache argumentiert demgegenüber, dass ‚professionelle' Gesprächsteilnehmer sich an institutionellen Einstellungskriterien orientieren und ein ‚passendes' Selbst präsentieren können. Dafür werden kommunikative Praktiken in Bewerbungsgesprächen aus dem personalpolitischen Umfeld von Managing Diversity rekonstruiert, die die vermeintliche ‚Behinderung' kreativ zu bearbeiten vermögen. Die Autorin verbindet die Analyse kommunikativer Gattungen mit der interaktionalen Stilanalyse und zeigt, dass die genaue linguistische Analyse der sprachlichen Form kommunikativer Aktivitäten in Gattungen einen analytischen Mehrwert erbringt, indem sie auch die subtilsten Bedeutungsschichten verbaler Interaktion systematisch analysierbar macht, statt sie - wie vielfach praktiziert - nur intuitiv interpretierend zuzuschreiben.