Gemäß allgemeiner Lehrmeinung besitzt das Altirische keinen Infinitiv, sondern nur Verbalnomina (Verbalabstrakta). Das Buch zeigt, dass das Altirische aber auch eine Konstruktion kennt, die infinitivischen Status beanspruchen darf, nämlich das Syntagma aus der Präposition do ''zu'' und dem Dativ des Verbalnomens mit vorangestelltem Subjekt oder Objekt. Eine ausführliche Diskussion indogermanistischer und typologischer Theorien führt zu dem Schluss, dass Infinitive in der Regel aus finalen Ausdrücken grammatikalisiert sind mit der zentralen Funktion, als Prädikat von Komplementsätzen zu dienen. Vor diesem Hintergrund wird die Entstehung des altirischen do-Infinitivs erklärt und seine Verwendung anhand von über hundertfünfzig Beispielen, mehrheitlich aus den altirischen Glossensammlungen, dargestellt.
Die zweibandige Monographie (674 + 418 Seiten) bietet eine umfassende Darstellung der im Altirischen belegten Verbalabstrakta in all ihren Erscheinungsformen. Beschrieben wird nicht nur ihre Funktion als eigentliche Abstrakta, sondern auch als grammatikalisierte Verbalnomina einerseits und als derelationierte und lexikalisierte Deverbativa andererseits. Der erste, theoretische Teil enthalt eine Analyse von Syntax und Semantik der altirischen Verbalabstrakta sowie einen kurzen Uberblick uber ihre Morphologie. Kern der Untersuchung ist der Materialteil, der die verschiedenen Verwendungsweisen jedes einzelnen Abstraktums anhand von Belegstellen aus alt- und mittelirischen Texten illustriert.