Maria Selig ist seit 1998 Professorin für Romanische Sprachwissenschaft, seit 2003 an der Universität Regensburg. Während ihrer akademischen Karriere hat sie einen substantiellen Beitrag zur sprachwissenschaftlichen Forschung geleistet und wichtige theoretische Impulse in- und außerhalb der Romanistik gesetzt. Dies soll in dieser Festschrift durch ihr weitverzweigtes, interdisziplinäres und internationales Netzwerk an Forschenden gewürdigt werden. Um dieses große Panorama abzubilden, ist die Festschrift als eine Squib-Sammlung konzipiert, die pointiert und schlaglichtartig Forschungsfragen aufwirft und diskutiert. Die Squibs von über 50 Forschenden sind in den verschiedenen thematischen Feldern angesiedelt, die Maria Seligs breite Forschungsinteressen widerspiegeln. Diese reichen von Phonetik/Phonologie, Morphologie und Syntax über (Spät-)Latein und ältere Sprachstufen der romanischen Sprachen bis zum Nähe-Distanz-Modell.
Der Band versammelt romanistische Beiträge zur Relevanz von Körpern und Korpora. Diese behandeln den Körper in Aufführungskontexten, im Rahmen der Identitätskonstruktion, im Spannungsfeld machtpolitischer Interessen sowie in Hinblick auf die Historizität seiner Bewertung und loten die Möglichkeiten der Korpusanalyse und -planung aus.
Der Band versammelt Beiträge der im Jahr 2021 veranstalteten Online-Tagung Neue Ansätze und Perspektiven zur sprachlichen Raumkonzeption und Geolinguistik. Der Fokus liegt auf Fallstudien aus der Romania und Germania, die sich mit der Verteilung, Ausgestaltung und Wahrnehmung sprachlicher Formen und ihrer Variation im Raum beschäftigten. Der Sammelband legt hierbei eine Definition des Konzepts „Sprachraum“ im weiteren Sinne zugrunde, der zunächst als durch physische (d.h. geographische und humane) Faktoren geprägt verstanden wird, der llerdings auch durch multimediale Sprachverwendung und moderne Darstellungsformen und Erforschungsmethoden eine Erweiterung ins Digitale und Virtuelle erfahren kann. Die germanistischen und romanistischen Beiträge eröffnen neue Perspektiven für die Erforschung und die multimediale Darstellung der Sprachdynamiken realer und virtueller Räume und liefern in diesem Sinne neue Ansätze zur Geolinguistik.
Laura Linzmeier widmet sich mit ihrer Arbeit dem Sassaresischen, einer im Nordwesten Sardiniens verbreiteten Sprache, die aus dem Kontakt zwischen dem Sardischen und dem Korsischen hervorgegangen ist und bislang von der Forschung weitestgehend unberücksichtigt geblieben ist. Die Studie beschäftigt sich zunächst mit einer soziolinguistischen Einordnung des Idioms sowie insbesondere mit der Frage nach aktuell im Sassaresischen stattfindendem Lautwandel im Ausspracheverhalten von Sprechern verschiedener Kompetenzgrade.