Lorenz Kahler – författare
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Recht hat die Aufgabe, Konflikte zu losen, und muss daher Regeln fur den Umgang mit ihnen entwickeln, etablieren und durchsetzen. Vielfach allerdings gelingt das nicht, so dass sich die Konflikte im Recht fortsetzen. Hinzu treten neue Konflikte zwischen den einzelnen das Recht tragenden Normen, Prinzipien und Grunden. Die damit verbundenen Fragen bildeten den Anlass fur zwei Tagungen des Jungen Forums Rechtsphilosophie in Tubingen und Gottingen in den Jahren 2008 und 2009. Die Beitrage beleuchten das grundsatzliche Verhaltnis von Recht und Konflikt: Welche Grundrechte gelten jenseits aller Konflikte? Lost das Recht Konflikte oder hegt es sie nur ein? Ist es uberhaupt moglich, politische Konflikte rechtlich zu entscheiden? Diese Fragen spiegeln sich auch in konkreten Fallen, etwa in der Rechtsbefolgungspflicht in Gewissenskonflikten, der Rolle der Kultur und des Aufeinandertreffens vielfaltiger Rechtssysteme in einer globalisierten Welt.
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Um Recht zu begreifen, muss man verstehen, wie Aussagen uber das Recht und Aussagen im Recht gewonnen werden. Dies hangt in starkem Mae von den Theorien ab, die man dabei ausdrucklich oder stillschweigend zugrunde legt. Sie weichen nicht nur in ihren Ergebnissen, sondern auch in ihrer Begrundung voneinander ab. Bevor ihre Plausibilitat debattiert werden kann, gilt es daher eine Fulle von Fragen zu bedenken: Was zahlt als Theorie uber das Recht, was als Theorie im Recht? Welche Begriffe und Methoden sollten dabei verwendet werden? Auf welchen Evidenzen kann man dabei aufbauen? Inwieweit sind Theorien ein geeignetes Mittel, um Recht zu begreifen? Sind Rechtstheorien zeitlos oder einem geschichtlichen Wandel unterworfen?Die Autorinnen und Autoren gehen diesen Fragen nach und stellen die verschiedensten Positionen vor: Von einem an den Sozialwissenschaften orientierten Naturalismus bis hin zu einem moralischen Realismus, von einer Kritik an der jungeren Ausdehnung des Theoriebegriffs bis hin zu einem Ausweis historischer Kontinuitat. Der Band zeugt damit nicht nur von der Pluralitat der Theoriebegriffe und -debatten, sondern belegt auch deren Aktualitat.