1951 wurde Tibet von China annektiert und der kommunistischen Volksrepublik einverleibt. Anhand einer historiographischen Betrachtung zeigt der Autor, wie sich die tibetische Gesellschaft in kultureller, politischer und religiöser Hinsicht vom 7. bis ins 20. Jahrhundert entwickelte und welche geschichtlichen Faktoren letztlich zur Invasion durch China beitrugen. Es wird dargelegt, auf welche Weise Peking die stets als «friedliche Befreiung» titulierte Annexion legitimiert und wie dieser Argumentation von Kritikern begegnet wird. Schließlich wird das soziale System des Landes im Sinne von Luhmanns Systemtheorie einer Analyse unterzogen, um festzustellen, von welcher Staatsform und welchem Gesellschaftsmodell in Zusammenhang mit dem traditionellen Tibet gesprochen werden kann.
Die politische Weltordnung ist im Umbruch. Die unipolare Stellung der USA geht ihrem Ende entgegen und weicht einer neuen Multipolarität. Neben China und Indien wird in dieser auch Brasilien eine essentielle Rolle spielen. Lange Zeit stellte es nur einen an der Peripherie angesiedelten Entwicklungsstaat dar, doch lässt sich nun eine Aufbruchsstimmung ausmachen, an der die Wahl des Linkspolitikers Lula zum Präsidenten im Jahr 2002 maßgeblichen Anteil hatte. Nach acht Jahren unter seiner Ägide ist es angebracht, den Fokus auf die Errungenschaften brasilianischer Innen- und Außenpolitik zu richten. Ist es Lula gelungen, Brasilien in der internationalen Gemeinschaft jenen Status zu verschaffen, den das Land gemäß seinem Selbstverständnis für sich in Anspruch nimmt: jenen eines Global Player?