Das Haus Romanov regierte Russland mehr als 300 Jahre, von 1613 bis 1917. Mit Petr dem Großen wurde aus dem Moskauer Zarentum das Russische Kaiserreich, das nicht nur zur kontinentalen Großmacht, sondern auch zu einer der glanzvollsten Monarchien Europas avancierte.Doch obwohl an der Spitze der Anschluss an die europäische Kultur gelang, blieb Russland in Sozialstruktur und Politik ein vom Westen Europas in Vielem geschiedenes Land, das seinen Herrschern ganz eigene Herausforderungen stellte. Das Buch beschreibt auf der Grundlage der neueren historischen Forschung die politisch-dynastische Geschichte der Romanovs von der Thronbesteigung Michails in den Wirren des frühen 17. Jahrhunderts bis zur Abdankung Nikolajs II. und dem Untergang des Kaisertums in der Russischen Revolution.
Helmut Altrichter, Ordinarius für Osteuropäische Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg, zählt zu den eminenten Osteuropahistorikern im deutschsprachigen Raum. Auf Russland und die Sowjetunion konzentriert, ganz Osteuropa gegenüber aufgeschlossen, am Vergleich mit Mittel- und Westeuropa stets interessiert, hat sich Altrichter in seinem bisherigen Oeuvre – bei politik-, sozial- und kulturgeschichtlicher Breite – stets einschneidenden Situationen historischen Wandels gewidmet.Hiervon ausgehend haben die Herausgeber zu Altrichters 65. Geburtstag namhafte Kollegen des Jubilars gebeten, jeweils eine besonders folgenreiche historische Konstellation aus ihrer Perspektive vorzustellen. Entstanden ist eine abwechslungsreiche Sammlung an innovativ konzipierten Essays zu entscheidenden "Schlüsseljahren" der mittel- und osteuropäischen Geschichte – vom Religionsfrieden 1555 über das Ende des "Alten Reiches" 1806 bis zum Beitritt Spaniens in die EG 1986, vom altrussischen Schlüsseljahr 1478 über die Revolutionen von 1905 und 1917 bis zur Zeit der Perestrojka 1989.