20 Jahre nach dem Verschwinden des »anderen deutschen Staates« wird zusehends klar, dass sich unter der verhärteten Oberfläche der Diktatur ein kulturelles Leben von enormer Vielfalt verbarg. Die Künstler der DDR waren zwar mehrheitlich keine Oppositionellen, suchten aber nicht selten nach geeigneten Wegen für eine Gratwanderung zwischen persönlichem Wollen und parteioffizieller Erwartung. Der Berliner Komponist Paul Dessau ist in seiner Zeit nach der Rückkehr aus dem Exil das Paradebeispiel eines Komponisten aus dem geistigen Umfeld Arnold Schönbergs, der das Bekenntnis zu »seinem« Staat mit dem zur musikalischen Moderne zu verknüpfen versuchte. Der vorliegende Band untersucht seine Musik für den Konzertsaal bis zur Mitte der 1970er Jahre.
Der Band nimmt die künstlerische Kooperation des Ehepaares Ruth Berghaus und Paul Dessau, zwei in der DDR ebenso exponierten wie umstrittenen Künstlerpersönlichkeiten, in den Blick. Nicht nur bei zwei Tanz-Szenen und einem Tanz-Essay arbeiteten die Tänzerin, Choreographin und Regisseurin Ruth Berghaus und ihr Ehemann, der Komponist Paul Dessau, zusammen. Auch bei Inszenierungen von Opern wie »Die Verurteilung des Lukullus«, »Herr Puntila und sein Knecht Matti«, »Lanzelot«, »Einstein« und »Leonce und Lena« trug jeder der beiden Partner auf eigenständige Weise zu musiktheatralen Ereignissen bei, die nicht selten ins Fahrwasser kulturpolitischer Diskussionen gerieten. Der Sammelband widmet sich neben den kreativen Prozessen und politischen Rahmenbedingungen auch den Wechselwirkungen von Klang, Bild und Bewegung.
Der Band nimmt die künstlerische Kooperation des Ehepaares Ruth Berghaus und Paul Dessau, zwei in der DDR ebenso exponierten wie umstrittenen Künstlerpersönlichkeiten, in den Blick. Nicht nur bei zwei Tanz-Szenen und einem Tanz-Essay arbeiteten die Tänzerin, Choreographin und Regisseurin Ruth Berghaus und ihr Ehemann, der Komponist Paul Dessau, zusammen. Auch bei Inszenierungen von Opern wie »Die Verurteilung des Lukullus«, »Herr Puntila und sein Knecht Matti«, »Lanzelot«, »Einstein« und »Leonce und Lena« trug jeder der beiden Partner auf eigenständige Weise zu musiktheatralen Ereignissen bei, die nicht selten ins Fahrwasser kulturpolitischer Diskussionen gerieten. Der Sammelband widmet sich neben den kreativen Prozessen und politischen Rahmenbedingungen auch den Wechselwirkungen von Klang, Bild und Bewegung.
Kaum eine Frage der Kulturgeschichte ist kontroverser und leidenschaftlicher diskutiert worden als das Verhältnis von Musik und Gefühl. Und kein Gefühl wurde und wird mehr mit der Musik assoziiert als die Liebe. "If music be the food of love, play on" aus Shakespeares Twelfth Night ist der wohl berühmteste erste Satz der englischen Literatur. Bereits der überirdischen Schönheit der mittelalterlichen Einstimmigkeit wohnt das subtile Spiel mit der durchlässigen Grenze zwischen Gotteslob und Eros inne. 1000 Jahre später wird die Filmmusik nach klingenden Chiffren des menschlichen Gefühlslebens in all seinen Verästelungen suchen. Damit reichen sich Musik und Liebe in einer mehr als tausendjährig verwobenen Geschichte von Klängen und menschlichen Emotionen, die durch jeweils spezifische Kontexte bedingt sind, die Hand. Bei allen Veränderungen der Ästhetik und Poetik in der enormen kulturhistorischen Spanne zwischen Mittelalter und Gegenwart fragen die sieben Beiträge des Bandes aus unterschiedlichen Perspektiven, wie sich Klingendes und menschliches Fühlen wechselseitig bedingten und bedingen, und dies am Beispiel der Liebe.