"Kompetenz" als vielfach diskutiertes und propagiertes Synonym für (berufliche) Leistungsfähigkeit wird im Rahmen dieser Arbeit kritisch auf seine Herkunft und Verwendungsweise untersucht, um daran anschließend in mehreren Schritten ein verändertes, handlungstheoretisch fundiertes Kompetenzkonzept zu präsentieren. Der Kompetenzbegriff wird dabei in seinem theoretisch-historischen Zusammenhang und in seiner Verwendungsweise in den Bereichen Erwachsenen- und Berufspädagogik betrachtet. Von diesen Befunden ausgehend werden die gesellschaftlichen und wirtschaftspolitischen Hintergründe für Kompetenzkonzepte beleuchtet und auf der Ebene von Organisationen präzisiert. Die Untersuchung mündet in einer handlungstheoretischen Beschreibung von Kompetenz und kompetentem Handeln, die ein alternatives, anschlussfähiges Verständnis dieser Begriffe bietet.
Die Verknüpfungen zwischen Bildung, Arbeit und Biografie werden in dieser Festschrift für Rudolf Husemann aus einer zeitbezogenen Perspektive beleuchtet. Die Beiträge fokussieren spezifische Lebensphasen und Zeitdimensionen auf Basis aktueller theoretischer Diskurse, empirischer Forschungsergebnissen und von Projektberichten aus der Bildungspraxis.
Berufsbildende Schulen waren schon immer heterogen. Das steigert sich durch die Herausforderung, sie inklusiv zu gestalten. Für die Gestaltung inklusiven Unterrichts, der allen Beteiligten die Teilhabe am gemeinsamen Lernen ermöglicht, ist der Einbezug der Lebenswelt der Schüler:innen eine Voraussetzung. Das Akzeptieren und Verstehen der jeweils anderen Lebenswelt ist eine weitere Voraussetzung für die Gestaltung inklusiver Lehr-Lern-Situationen.Nach einem Überblick über die Inklusionsdiskussion in der Berufs- und der Sonderpädagogik stellen die Autoren das theoretische Fundament ihrer Untersuchungen vor. In den folgenden Kapiteln präsentieren sie die Ergebnisse ihrer qualitativen Interviewstudie mit Lehrkräften, Schüler:innen und Ausbilder:innen zum Verstehen von Lebenswelten und zur Erzeugung inklusiver Lehr-Lern-Situationen. Die Ergebnisse einer deutschlandweiten Fragebogenstudie ergänzen die qualitativen Daten und verdichten sie zu Strategien für inklusionsfördernden Unterricht. Anregungen für Weiterbildungsinhalte und ein Ausblick auf die Rolle der Habitusentwicklung von Lehrenden schließen den Band.Das Buch präsentiert die Ergebnisse des BMBF-geförderten Forschungsprojekts "Inklusibus", die alternative Möglichkeiten zur Umsetzung des politischen Mandats für inklusive Berufsbildung aufzeigen.