Die im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, vom BDKJ und von MISEREOR durchgeführten Sinus-Milieu-Studien haben nachhaltige Diskussionen ausgelöst, und zwar auf allen kirchlichen Ebenen. Inzwischen gibt es zahlreiche Versuche, Milieugrenzen wahrzunehmen und zu überschreiten. Neben den wichtigsten Ergebnissen dieser Studien stellt der vorliegende Band Instrumente vor, die dazu geeignet sind, die Charakteristika unterschiedlicher Milieus vor Ort genau zu identifizieren und in der pastoralen Praxis zu berücksichtigen. An den konkreten Beispielen z. B. einer Gebäudeplanung, eines Pfarrbriefs, eines Kindergartenkonzeptes, einer Homepage und einer Gottesdienstplanung wird veranschaulicht, wie sehr eine Milieuanalyse schnell und treffsicher erfolgen und Motivation und Engagement auslösen kann. Es geht darum, nicht beim Sehen stehen zu bleiben, sondern in die Gänge zu kommen - in die Praxis einer milieusensiblen Pastoral.
Ein hohes Ausmaß an ''Vielfalt'' durchdringt heute alle gesellschaftlichen Bereiche, weshalb das Thema auch auf der Agenda von Wirtschafts- sowie Sozialunternehmen und ihrer Personalarbeit steht, inzwischen auch bei den vermeintlich homogenen Kirchen. Deren pastorale und sozialkirchliche Betriebssysteme kommen mit dem herkömmlichen – national, sexualmoralisch und auch konfessionell homogenen – Personal nicht (mehr?) aus. Die Einrichtungen der organisierten Caritas sehen sich einem doppelten Konkurrenzdruck ausgesetzt: sich dem soziodemographischen Umfeld anpassen zu müssen, ohne sich ihm anzugleichen. Die Studie beantwortet die Leitfragen: Wo liegen die Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken sowie der Unterstützungsbedarf der Caritas bei der Öffnung für ''Diversität''? Wie beurteilen Caritas-Mitarbeitende die Offenheit ihrer Einrichtungen gegenüber Menschen, denen (z. B. sexuelle, spirituelle und kulturelle) ''Andersartigkeit'' und ''Fremdheit'' zugeschrieben wird?