Redeszenen in der mittelalterlichen Großepik
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Konstruktionen von Autorschaft im mittelalterlichen epischen Text lassen sich über den Autornamen und seinen sprachlichen Kontext in ihrer historischen Entwicklung beschreiben. Mit Blick darauf, dass die Handschriften als sekundäre Zeugnisse eine eigene Entwicklung im Umgang mit dem Autornamen belegen, kann eine Analyse der namentlichen Autorzuschreibungen im Text die sprachlichen Möglichkeiten terminologisch erfassen und idealtypisch beschreiben. In Vergleich und Abgrenzung zur französischen Literatur sind für die mittelalterliche deutsche Literatur Diskurstypen zur Thematisierung von Autorschaft, die sich schon in der frühmittelhochdeutschen Literatur etablieren, als eigenständige zu kennzeichnen. Den konventionellen Diskurstypen, z.B. mit tihten, stehen im 12. und 13. Jh. wiederum individuelle Autorinszenierungen gegenüber, die im Kontext einer imaginierten Werkgenese die Verfasserpräsenz im Text etablieren. Fallstudien stellen diese mit ihrer je eigenen sprachlichen Konzeption und Autorrepräsentation vor und zeigen zugleich eine den Kontext des mündlichen Vortrags bevorzugende Konstituierung von Autorschaft.
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Im Forschungsgebiet der historischen Dialoganalyse finden sich in den letzten Jahren vermehrt Untersuchungen zu Redeszenen in mittelalterlicher Dichtung und zu deren fingierter Mündlichkeit, wobei die Stimmlichkeit als ein Parameter unter vielen erscheint. Der vorliegende Band widmet sich erstmals ausschließlich der Frage nach den Spuren, die Stimme und Performanz in schriftlich überlieferten Texten hinterlassen. Zentrales Thema sind die performative Qualität und Stimmlichkeit mittelalterlicher Dichtung und die sich daraus ergebenden Traditionen graphischer Codierung von Stimme in Handschriften und Drucken. Im Besonderen ist für die mittelalterliche Literatur die textinhärente Dialogizität als hörbare Mehrstimmigkeit zu analysieren, die als genuin mediale Hörbarkeit die poetische Qualität des Textes zu großen Teilen konstituiert. Die versammelten sprach- und literaturwissenschaftlichen Untersuchungen dokumentieren eine auf Inszenierung und Effekt angelegte laute Vortragskultur und zeigen auf, dass mittelalterliche Texte aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen Schriftkulturen zur Markierung von Stimmlichkeit und Mehrstimmigkeit entwickeln.
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Im Forschungsgebiet der historischen Dialoganalyse finden sich in den letzten Jahren vermehrt Untersuchungen zu Redeszenen in mittelalterlicher Dichtung und zu deren fingierter Mündlichkeit, wobei die Stimmlichkeit als ein Parameter unter vielen erscheint. Der vorliegende Band widmet sich erstmals ausschließlich der Frage nach den Spuren, die Stimme und Performanz in schriftlich überlieferten Texten hinterlassen. Zentrales Thema sind die performative Qualität und Stimmlichkeit mittelalterlicher Dichtung und die sich daraus ergebenden Traditionen graphischer Codierung von Stimme in Handschriften und Drucken. Im Besonderen ist für die mittelalterliche Literatur die textinhärente Dialogizität als hörbare Mehrstimmigkeit zu analysieren, die als genuin mediale Hörbarkeit die poetische Qualität des Textes zu großen Teilen konstituiert. Die versammelten sprach- und literaturwissenschaftlichen Untersuchungen dokumentieren eine auf Inszenierung und Effekt angelegte laute Vortragskultur und zeigen auf, dass mittelalterliche Texte aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen Schriftkulturen zur Markierung von Stimmlichkeit und Mehrstimmigkeit entwickeln.
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