Arbeitssituationsanalysen standen am Beginn der Gründung der Arbeits- und Industriesoziologie im Nachkriegsdeutschland. Methodische Anwendung und Weiterentwicklung erwies sich in der Folgezeit als aufwändig und schwierig, so dass wiederholte Versuche jeweils nur eine begrenzte Resonanz fanden. Der Tatbestand zunehmender Entgrenzung und Flexibilisierung nicht nur der Erwerbsarbeit im derzeitigen "Epochenbruch" macht es jedoch dringend erforderlich, diesen Ansatz subjektrelativer Methodik der Arbeitsforschung zu reaktivieren und auf einen praktikablen Stand zu bringen. Die AutorInnen dieses Bandes schaffen hierfür eine erste Grundlage.
Im Vergleich zum expliziten Wissen ist die Erforschung des Management impliziten Wissens noch nicht sehr weit fortgeschritten. Ausgehend von Polanyi gab es zwar zahlreiche Impulse für die Theorie des impliziten Wissens aus der Forschung zur Organisationskultur, zum impliziten Lernen, zur lernenden Organisation, zum Kompetenzaufbau, aber erst im Wissensmanagement hat das Management des impliziten Wissens in Organisationen eine zentrale Bedeutung erlangt. Olaf Katenkamp beschreibt unterschiedliche Modelle und legt den Schwerpunkt auf neue Ansätze und Methoden zur Entdeckung des impliziten Wissens.